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Differentialdiagnose und Therapie fetaler Arrhythmien

  • H. J. Voigt
  • H. Singer
Conference paper

Zusammenfassung

Mit der intensiven Weiterentwicklung der pränatalen Diagnostik und technisch verbesserten Sonographie in der Schwangerenvorsorge ist die Zahl der pränatal festgestellten fetalen Herzerkrankungen deutlich gestiegen. Fetale Herzrhythmusstörungen sind dabei häufiger als strukturelle Herzerkrankungen. Zum Teil stehen beide im ätiologischen Zusammenhang. Von 1985–1987 wurden 124 Fälle fetaler Arrhythmien in der Ultraschallsprechstunde unserer Klinik diagnostiziert und betreut. Als zuverlässiges und früh einsetzbares Verfahren der pränatalen Herzdiagnostik hat sich die fetale Echokardiographie erwiesen. Mit der B-Bild-Echokardiographie, einschließlich M-Mode-Technik, ergänzt durch die gepulste Doppler-Echokardiographie, konnte in allen Fällen die richtige Diagnose gestellt werden. Das fetale EKG oder das Kardiotokogramm sind wegen ihrer geringen Aussagekraft in den Hintergrund getreten. Je nach ihren hämodynamischen Auswirkungen lassen sich die Arrhythmien in 2 prognostisch gegensätzliche Gruppen trennen. Als klinisch harmlos und mit spontaner Rückbildung, spätestens in der Perinatalperiode, erwies sich die Gruppe der Extrasystolien, die ca. 80% der Fälle umfaßte. Herzrhythmusstörungen mit fetalem Notfallcharakter fanden sich in ca. 20%, darunter das Vorhofflimmern/-flattern, die supraventrikuläre Tachyarrhythmie und der totale AV-Block. In dieser Gruppe beobachteten wir 8 x eine kardiale Dekompensation mit Hydropsbildung. 6 Kinder verstarben mit infausten kardialen Strukturanomalien, darunter 2 Fälle mit Abruptio vor der 24. SSW.

Literatur

  1. Voigt HJ, Singer H (1985) Fetale Arrhythmien. Geburtsh Frauenh 45: 351–359PubMedCrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1989

Authors and Affiliations

  • H. J. Voigt
    • 1
  • H. Singer
    • 2
  1. 1.Universitäts-FrauenklinikErlangenDeutschland
  2. 2.Universitäts-KinderklinikErlangenDeutschland

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