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Allokationseffizienz, Rechtsdogmatik und Rechtsprechung — die immanente ökonomische Rationalität des Zivilrechts

  • Claus Ott
Conference paper

Zusammenfassung

Um die Zielrichtung des evolutionstheoretischen Ansatzes gleich auf den entscheidenden Punkt zu bringen: der Einfluß der von Rechtsdogmatik und Rechtsprechung verwendeten Begründungen und Kriterien auf die Rechtsentwicklung wird grundsätzlich in Frage gestellt. Ihrem Selbstverständnis nach ist es Aufgabe der Rechtsdogmatik und der Rechtsprechung, nicht nur die Gesetze anzuwenden, sondern innerhalb der durch den Gesetzgeber gezogenen Grenzen das geltende Recht weiterzuentwickeln, um die rechtlichen Regeln für Problemlösungen im Einklang mit der gesellschaftlichen Entwicklungslage und mit den Prinzipien der Gerechtigkeit zu halten. Bei der Rechtsanwendung und insbesondere bei der Rechtsfortbildung treten normative Zielkonflikte auf, die zu lösen einen wesentlichen Teil der Aufgabe von Rechtsdogmatik und Rechtsprechung ausmacht. Die praktische Bedeutung dieser juristischen Auseinandersetzung mit Wertungsmaßstäben und Zielkonflikten wird durch die These der Evolutionstheorie stark relativiert, wonach die Rechtsentwicklung jedenfalls im Bereich des Güter-und Leistungsaustausches von bestimmten ökonomischen Faktoren gesteuert wird und bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen zur Herausbildung effizienter Regeln tendiert, wie auch immer die juristischen Zielkonflikte im konkreten Fall gelöst werden mögen.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin · Heidelberg 1989

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  • Claus Ott

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