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Die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz — ein Zwischenbericht

  • N. Blattner

Zusammenfassung

Die 70er Jahre brachten auch für die Schweiz das vorläufige Ende einer langanhaltenden Phase des wirtschaftlichen Wachstums nach dem Zweiten Weltkrieg. Während zuvor überwiegend ein Klima der Selbstzufriedenheit herrschte, begann eine gewisse Unsicherheit um sich zu greifen. Jedenfalls läßt sich so besser verstehen, daß das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement und die Schweizerische Nationalbank am 17. Juni 1977 eine Gruppe von Wissenschaftlern eingesetzt hat, um „die konjunkturelle Lage und die Aussichten der schweizerischen Wirtschaft unter Einschluß der strukturellen Weiterentwicklung zu analysieren und zu begutachten“. Dabei wurde schon damals die Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit der schweizerischen Wirtschaft vom Auftraggeber als eines der „unmittelbaren Ziele der schweizerischen Wirtschaftspolitik“ genannt (Bombach 1977, S. III). In Form von drei Berichten legte die sogenannte Expertengruppe „Wirtschaftslage“ bis 1980 dem Bundesrat und dem Direktorium der Schweizerischen Nationalbank fundierte Entscheidungsgrundlagen vor. Die Themen waren breit gestreut und betrafen unter anderem die Konsequenzen der Wechselkursflexibilität, die Voraussetzungen für eine wachstumsfördernde Investitionstätigkeit, die Bedingungen für eine volkswirtschaftlich verantwortbare Sozialpolitik und die Anforderungen an eine produktivitätsfördernde Arbeitsmarktpolitik. Obwohl das Potential der Expertengruppe damit noch bei weitem nicht ausgeschöpft gewesen war, wurde das Experiment durch die Behörden dann aber abgebrochen. Vielleicht kamen die Wissenschaftler durch ihre Untersuchungen der Politik und der Verwaltung zu nahe. Der Entscheid wurde den Behörden zweifellos aber auch dadurch erleichtert, daß sich die Wirtschaftsentwicklung zwischenzeitlich wieder erholt und die Arbeitslosigkeit über die gesamte Dauer des Experiments nie unerträgliche Maße angenommen hatte.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1989

Authors and Affiliations

  • N. Blattner

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