Grenzen psychoanalytischer Einsichten

  • Siegfried Zepf
  • Sebastian Hartmann

Zusammenfassung

Versucht man die Grenzen psychoanalytischer Einsichten in den Subjektivierungsprozeß zu kartographieren, dann ist zunächst zwischen jenen Beschränkungen zu unterscheiden, denen im tiefenhermeneutischen Verfahren der Psychoanalyse gewonnene Erkenntnisse prinzipiell unterliegen, und solchen, durch welche die möglichen Erkenntnisse unter den gegebenen Bedingungen eingeschränkt werden. Lassen wir das verstreut Angemerkte Revue passieren, dann sind die sich der Struktur des Verfahrens selbst verdankenden Erkenntnisschranken unschwer auszumachen. Wir haben mehrfach auf sie aufmerksam gemacht. Im psychoanalytischen Verfahren kann Einsicht weder in die soziale noch in die körperliche Realität, weder in die gesellschaftlichen, noch in die körperlichen Prozesse gewonnen werden, in deren Zusammenhang die Entwicklung des psychoanalytischen Untersuchungsgegenstandes, die subjektive, sich in ihrer „psychischen Realität“ (Freud 1916/17, S. 383) darstellende Struktur einer Person, steht. In Beantwortung der Frage nach dem „Wie“ kann im psychoanalytischen Verfahren zwar die eigentümliche Entwicklungslogik des eigentümlichen Gegenstandes, die Genese subjektiver Bildungsprozesse zutage gefördert werden; die Entwicklungslogik ihres Gegenstandes, das Wesen, welches darin zum Vorschein gebracht werden kann, erweist sich jedoch als determiniert durch bestimmte körperliche und gesellschaftliche Bedingungen, die sich dem psychoanalytischen Zugriff aus methodischen Gründen entziehen. Hier endet der Geltungsrahmen der Psychoanalyse.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1989

Authors and Affiliations

  • Siegfried Zepf
    • 1
  • Sebastian Hartmann
    • 1
  1. 1.Klinisches Institut für Psychotherapie und PsychosomatikMedizinische Einrichtungen der UniversitätDüsseldorf 1Germany

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