Zusammenfassung

Der künstliche Ersatz eines körpereigenen Gelenks hat zum Ziel, eine schmerzhaft gestörte Gelenkfunktion zu normalisieren und dieses Ergebnis langfristig aufrecht zu erhalten. Künstliche Kniegelenke müssen dabei einer Reihe von mechanischen Besonderheiten gerecht werden: Das Knie ist das größte Gelenk des menschlichen Körpers und liegt an der belasteten unteren Extremität weiter als alle anderen Gelenke von seinen Nachbarn entfernt. Große Hebelarme führen zu erheblichen Belastungsmomenten (Fick 1904). Anders als am Hüftgelenk mit seinem verhältnismäßig einfachen Aufbau als Kugelgelenk ist der Bewegungsablauf des Kniegelenks in komplexer Weise aus Roll- und Verschiebebewegungen der Kondylenflächen auf dem Schienbeinkopf zusammengesetzt (Huson 1974; Kapandji 1985; Strasser 1917). Diese Bewegungen werden durch die Raumform der Gelenkoberflächen und durch die Anordnung des Kapselbandapparats gesteuert (Knese 1950; W.Müller 1982). Die Kniescheibe ist neben Schienbein- und Oberschenkelknochen als dritter Gelenkpartner und grüßtes Sesambein des menschlichen Körpers in den Streckapparat eingefügt (Benninghoff 1968; Tillmann 1987). Durch ihren gelenkigen Kontakt zum Gleitlager ermöglicht die Kniescheibe, das Gelenk in Zusammenspiel mit anderen Führungselementen auch in gebeugter Stellung zu stabilisieren und zur übertragung der Körperlast zu nutzen (Ficat u. Hungerford 1977). Nur das störungsfreie Zusammenspiel aller 3 Gelenkpartner gewährleistet eine zufriedenstellende Funktion des gesamten Gelenks.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1989

Authors and Affiliations

  • Joachim Hassenpflug
    • 1
  1. 1.Abteilung Orthopädie Zentrum Op. Medizin IIOrthopädische UniversitätsklinikKiel 1Deutschland

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