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Die Betreuung der Eltern von Kindern mit konnatalen Fehlbildungen — Anspruch und Wirklichkeit

  • M. Scheele
Conference paper

Zusammenfassung

Im allgemeinen werden Eltern und Arzt heute von einer Fehlbildung eines Kindes nicht mehr nach der Geburt überrascht, sondern mit der Diagnose während der Schwangerschaft durch Ultraschalluntersuchungen konfrontiert. Diese Vorverlegung des Diagnosezeitpunktes hat nicht nur Vorteile, wie etwa die Möglichkeit, rechtzeitig eine Behandlung des Kindes einzuleiten, die dann zum Überleben oder zu besserer Lebensqualität des Kindes führt. Es kann auch nicht unbedingt nur als Vorteil angesehen werden, wenn, wie Schütze (1984) schreibt, von den Eltern eine monatelange Ungewißheit — ist mein Kind krank oder gesund? — rechtzeitig genommen wird und nicht bis zum Ende der Schwangerschaft auf ihnen lastet. Es kommen neue Lasten hinzu, die Eltern und Arzt gleichermaßen betreffen und deren vielfältige Aspekte noch zu wenig untersucht wurden. So forderte Martinius (1984) dazu auf, die emotionalen Reaktionen der Eltern, und ich füge hinzu, auch des Arztes, zu untersuchen, zu erkennen und mit ihnen umzugehen, wenn der unbestrittene diagnostische Gewinn der Methode in ärztliches Handeln umgesetzt werden soll. Ich möchte im folgenden einige Aspekte in der Betreuung der von einer Fehlbildung ihres Kindes betroffenen Eltern aus der Sicht des Klinikpersonals schildern, insbesondere auch die Schwierigkeiten, die ich sehe. Ich stütze mich dabei auf Beobachtungen, Gespräche und eigene Erfahrungen, die ich in einer großen städtischen Frauenklinik gemacht habe. Die Klinik wurde plötzlich und unerwartet häufig mit diesen Problemen konfrontiert als Herr Prof. Hackelöer seine Arbeit in unserer Klinik begann, die damit eines von 10 in der Bundesrepublik Deutschland zur Zeit vorhandenen Ultraschallzentren der Stufe III wurde, also ein sogenannter „Problemlöser“ für die anderen Vorstufen und zuständig für mögliche intrauterine Behandlungen der betroffenen Kinder.

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Literatur

  1. Klaus MH, Kennel JH (1983) Mutter-Kind-Bindung. Kösel, MünchenGoogle Scholar
  2. Martinius J (1984) Psychologische und ethische Probleme für Arzt u. Eltern bei praenataler Fehlbildungsdiagnose. Gynäkol Prax 8:513ffGoogle Scholar
  3. Ringler M (1985) Psychologie der Geburt im Krankenhaus. Beltz, BaselGoogle Scholar
  4. Schütze M (1984) Gedanken zur praenatalen Sonographie — einer bedeutsamen Methode für Gynäkologen, Neonatologen, Humangenetiker u. Kinderchirurgen. Pädiatr Prax 30: 101Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1989

Authors and Affiliations

  • M. Scheele

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