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Marsilius von Inghen (†396) als Heidelberger Theologe

  • William J. Courtenay
Part of the Heidelberger Jahrbücher book series (HJB, volume 32)

Zusammenfassung

In den frühen 90er Jahren des 14. Jahrhunderts, wahrscheinlich im Herbst 1392, eröffnete Marsilius von Inghen in Heidelberg seine Vorlesungen über die Sentenzen, entweder im theologischen Hörsaal des Franziskanerkonventes oder wohl eher in der neu erworbenen Marienkapelle.1 Die theologische Fakultät in Heidelberg war damals noch ziemlich bescheiden. Ihr Gründungsmitglied, der Zisterzienser Reginald von Aulne, Doktor der Theologie aus Paris, hatte die kleine Stadt am Neckar 1389 verlassen, um in die Großstadt Köln zu gehen.2 Konrad von Gelnhausen, der offenbar zeitweilig ebenfalls als magister regens Theologie gelehrt hatte, war 1390 gestorben.3 Konrad von Soltau, 1387 aus Prag gekommen, war damals also in Heidelberg noch der einzige Doktor der Theologie, der Bibelvorlesungen halten konnte (vielleicht wiederholte er seine Prager Vorlesungen von 1385 über die Psalmen).4 Heilmann Wunnenberg aus Worms, neben Marsilius und Reginald der Dritte im Gründungstriumvirat der Universität, war 1386 schon als Bakkalar der Theologie aus Prag gekommen und war immer noch baccalarius formatas, als Marsilius über die Sentenzen las und ihn für die Disputation seiner Antrittsvorlesung als socius einsetzte. Mit Johann Holzsadel, Mitglied des Heidelberger Wilhelmitanerkonventes und wie Marsilius ebenfalls Sententiarius, waren also drei Bakkalare oder socii beisammen, gerade so viele, wie für die Disputationen im Bakkalariat nach den Statuten mindestens vonnöten waren.5

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1991

Authors and Affiliations

  • William J. Courtenay

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