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Entwicklungstendenzen in der psychosomatischen Medizin - Sexualmedizin und Psychosomatik

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Zusammenfassung

Offensichtlich stellen sexuelle Funktionen und sexuelles Erleben ein eminent psychosomatisches Phänomen dar, wie sich aus den verschiedenen somatischen wie psychosozialen Einflüssen auf die sexuelle Reaktion bzw. sexuelles Erleben leicht erkennen läßt. Menschliche Sexualität ist aber nicht nur in ihrer ungestörten Funktion ein Paradebeispiel psychosomatischen Geschehens auf der individuellen, interindividuellen und gesellschaftlichen Ebene, sie ist auch eng mit der Genese und dem Ausmaß psychosomatischer Leiden verknüpft. Bekanntlich stellen gestörte zwischenmenschliche Beziehungen als Hintergrund von „Krankheit durch Kränkung“ eine Hauptwurzel psychosomatischer Störungen dar. Gerade in den bedeutungsvollsten persönlichen Beziehungen zwischen Mann und Frau macht jedoch die sexuelle Kommunikation im weiten Sinn des Mann- und/oder Frau-Seins, wie auch im engeren Sinn der genitalsexuellen Kommunikation einen wesentlichen Teil der Beziehungswirklichkeit aus. Dabei können Störungen im sexuellen Bereich sowohl Ausdruck als auch Verstärker bzw. Anlaß von Beziehungsproblemen sein. Als indirekte sexuelle Funktionsstörungen können sie an der Genese zahlreicher psychosomatischer Leiden innerhalb und außerhalb des Urogenitalbereichs beteiligt bzw. für sie (mitverantwortlich sein. Als direkte sexuelle Dysfunktionen im Sinne von Libido-, Potenz- und Orgasmusstörungen stellen sie selbst eine Form psychosomatischer Erkrankungen dar, deren objektives Ausmaß und subjektive Bedeutung von ärztlicher Seite oft beträchtlich unterschätzt werden, sodaß ein kanadischer Psychiater und Sexualtherapeut eindringlich darauf hinweist, „daß sexuelle Dysfunktion eine zum Tode führende Krankheit sein kann“, womit er sich auf zahlreiche Selbstmordversuche seiner Patienten bezieht (Sommers 1984).

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