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Schlußwort

  • R. Spintge

Zusammenfassung

Schmerz und Sport — es muß in diesem Kontext die Frage angesprochen werden, inwieweit es vertretbar ist, das physiologische Warnsignal Schmerz durch ärztliche und andere Maßnahmen auszuschalten. Körperliche Aktivität und insbesondere sportliche Betätigung hebt per se die Schmerzschwelle signifikant [1, 3]. Aus biologischer und entwicklungsgeschichtlicher Sicht ist dieser Mechanismus sinnvoll, denn er ermöglichte eine Leistungssteigerung des menschlichen Organismus in Situationen aktiver Auseinandersetzung mit der Umwelt, wie z. B. Jagd oder Verteidigung. Situationen also, die für das Fortbestehen und die Entwicklung des einzelnen und der Art entscheidende Bedeutung besaßen und besitzen. Zur Gefahr wird diese Reaktionsweise des Organismus für diesen selbst jedoch dann, wenn die Schmerzschwelle, d.h. die in diesem Sinne naturgegebenen Leistungsgrenzen weiter hinausgeschoben werden, z. B. durch chemische (Doping) Mittel, aber auch durch psychologische und psychosomatische Einflußnahmen (mentales Training, Hypnose etc.). Letztlich läßt sich der Organismus auch nur bis zu einem gewissen Punkt „betrügen“, wie der schreckliche, von großen Schmerzen begleitete Tod von Birgit Dressel jüngst wieder einmal vor Augen geführt hat. Die Aussage „der Sieg betäubt das Risikogefühl“ [2, 4] darf nicht gelten.

Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1988

Authors and Affiliations

  • R. Spintge

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