Erlaubt die magnetische Resonanztomographie Aussagen zur Krankheitsaktivität bei multipler Sklerose? Erfahrungen mit der paramagnetischen Substanz Gadolinium-DTPA

  • L. Kappos
  • D. Städt
  • E. Rohrbach
  • W. Keil
Conference paper

Zusammenfassung

Die magnetische Resonanztomographie (MRT) gilt zu Recht als das bildgebende Verfahren, das die höchste Aussagekraft bei der Diagnose der multiplen Sklerose hat [8]. Ein Nachteil besteht darin, daß es bisher anhand der MRT-Nativaufnah-men, selbst bei Einsatz von Multiechosequenzen, nicht zuverlässig gelingt, ältere von frischeren Plaques zu unterscheiden. Aus der Neuropathologie ist bekannt, daß aktive MS-Plaques, im Gegensatz zu chronisch-inaktiven, mit Odem verbunden sind. Elektronenmikroskopisch findet sich sowohl eine Erweiterung der Extrazelluläräume als auch eine Schwellung der perivaskulären Astrozytenfortsätze [9]. Aus den Untersuchungen mit der Computertomographie unter Einsatz von doppelter Kontrastmittelmenge und verzögerten Aufnahmen ist bekannt, daß für einen relativ umschriebenen Zeitraum eine Kontrastmittelaufnahme in MS-Her-den als Hinweis auf eine passagere Schrankenstörung erkennbar wird [2]. Ähnlich den konventionellen CT-Kontrastmitteln ist auch die paramagnetische Substanz Gadolinium-DTPA (GD+ + +) beim Gesunden nicht Blut-Hirn-Schran-ken(BHS)-gangig. Insofern verändert sie auch nicht die Tl- bzw. T2-Relaxations-zeiten der normalen Hirnsubstanz [6]. In Bereichen gestörter BHS-Permeabilität reichert sich jedoch Gd+ + + an und verursacht über sein lokales magnetisches Feld eine Verkürzung der T1-, teilweise auch T2-Zeit der umgebenden Wasser-stoffkerne. In Tl-gewichteten Sequenzen ist diese Veränderung in Form einer vermehrten Signalintensitat zu erkennen. In den üblichen T2-gewichteten Sequenzen hat sich in Voruntersuchungen keine nennenswerte Beeinflussung der Darstellung durch Gd+ + + nachweisen lassen [4].

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1988

Authors and Affiliations

  • L. Kappos
  • D. Städt
  • E. Rohrbach
  • W. Keil

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