Verwendung von Quellableitungen als Korrelate ereignisbezogener Potentiale bei klinischen Stichproben

  • S. Krieger
  • L. Jäncke
  • K. Th. Kalveram

Zusammenfassung

Die Event-Related-Potential-Forschung (ERP) versucht, durch die Erfassung bioelektrischer Hirnsignale Hinweise auf den Ablauf und die Lokalisation von Informationsverarbeitungsprozessen zu erhalten. Die Messung von ERPs ist zum heutigen Zeitpunkt die einzige noninvasive Methode, die es gestattet, transiente physiologische Erregungsmuster, welche die Grundlage für die in der Reaktionszeit ablaufenden Verarbeitungsprozesse bilden, direkt zu beobachten. In der experimentellen Psychopathologie werden von Autoren verschiedener theoretischer Ausrichtung Störungen der Informationsverarbeitung als kennzeichnend für psychiatrische Krankheitsprozesse angesehen. Der Einsatz von ERPs könnte hier von diagnostischem und prognostischem Wert sein, wenn es gelänge, bioelektrische Muster zu finden, die spezifisch für bestimmte Krankheitsformen sind. Jedoch muß sichergestellt sein, daß die Zuordnung zwischen bioelektrischen Signalen und neuronalen Verarbeitungsprozessen und deren Lokalisierung eindeutig ist. Alternativerklärungen für die beobachteten Effekte, z.B. durch extrakraniale Artefakte, müssen ausgeschlossen sein. Anhand von theoretischen Überlegungen und 2 empirischen Studien soll erörtert werden, ob sich die relativ neue Methode der stromdichtenproportio-nalen Quellableitungen (Hjorth 1975) dazu eignet, kortikale Generatoren genauer zu lokalisieren und Augenbewegungs- und Zwinkerartefakte zu eliminieren. Aufgrund der Darstellung von Katznelson (1981) ist letzteres zu erwarten, jedoch konnten Wallin u. Stalberg (1980) keinen artefaktmindernden Effekt zeigen.

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Literatur

  1. Hjorth B (1975) An on-line transformation of EEG scalp potentials into orthogonal source derivations. Electroencephalogr Clin Neurophysiol 39:526–530PubMedCrossRefGoogle Scholar
  2. Katznelson RD (1981) Detection of scalp current sources and sinks. In: Nunez PL (ed) Electric fields of the brain: The neurophysics of the EEG. Oxford University Press, New York Oxford, pp 196–203Google Scholar
  3. Wallin G, Stalberg E (1980) Source derivation in clinical routine EEG. Electroencephalogr Clin Neurophysiol 50:282–292PubMedCrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1988

Authors and Affiliations

  • S. Krieger
  • L. Jäncke
  • K. Th. Kalveram

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