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Infektion mit dem Virus der Bornaschen Krankheit als Ursache von psychiatrisch relevanten Erkrankungen des Menschen?

  • K. Bechter
  • S. Herzog
  • B. Fleischer
  • R. Schüttler
  • R. Rott
Chapter

Zusammenfassung

Die Bornasche Krankheit ist eine seltene, endemisch auftretende Meningoenzephalitis bei Pferd und Schaf. Bei diesen führt sie nach schweren Lähmungen meist zum Tode. Histopathologisch findet man in der grauen und weniger auch in der weißen Substanz von Gehirn und Rückenmark disseminierte, entzündliche Herde mit typischem neuronalen Untergang und Joest-Degenschen Einschlußkörperchen. Das Krankheitsbild wurde bereits 1930 von Spatz als vergleichbar der menschlichen Lyssa, der Economoschen und der Heine-Medinschen Krankheit beschrieben. Im letzten Jahrzehnt durchgeführte tierexperimentelle Untersuchungen (Narayan et al. 1983; Sprankel et al. 1978) zeigten überraschenderweise, daß das Virus bei verschiedenen Spezies völlig unterschiedliche Krankheitsbilder hervorrufen kann. Für unsere Fragestellung besonders interessant waren die Ergebnisse aus Versuchen mit Ratten und Spitzhörnchen (Tupaia glis). Bei diesen werden bevorzugt der fronto-temporale Kortex und die Basalganglien bzw. bei den Tupaias das limbische System, vor allem das Ammonshorn, befallen. Das bisher noch nicht genau klassifizierbare neurotrope Virus verursacht in Zellkulturen eine persistierende Infektion ohne erkennbaren zytopathischen Effekt. Mit Hilfe immunhistologischer Methoden läßt sich bei in-vivo und in-vitro infizierten Zellen virusspezifisches Antigen im Zellkern nachweisen. Persistent infizierte Zellen wurden daher zur quantitativen Bestimmung von Antikörpern im indirekten Immunfluoreszenz-Test verwendet (Narayan et al. 1983; Rott et al. 1985).

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Literatur

  1. Narayan O, Herzog S, Frese K, Scheefers H, Rott R (1983) Pathogenesis of Boma disease in rats: Immune-mediated viral ophthalmoencephalopathy causing blindnes and behavioral abnormalities. J Infect Dis 148:305–315PubMedCrossRefGoogle Scholar
  2. Rott R, Herzog S, Fleischer B, Winokur A, Amsterdam J, Dyson W, Koprowski H (1985) Detection of serum-antibodies to Borna disease virus in patients with psychiatric disorders. Science 228:755–756PubMedCrossRefGoogle Scholar
  3. Spatz H (1930) Encephalitis. In: Bumke O (Hrsg) Spezieller Teil VII, Die Anatomie der Psychosen. Springer, Berlin (Handbuch der Geisteskrankheiten, Bd XI, S 217–224)Google Scholar
  4. Sprankel H, Richarz K, Ludwig H, Rott R (1978) Behavior alterations in tree shrews (Tupaia glis, Diard 1820) induced by Borna Disease Virus. Med Microbiol Immunol 165:1–18PubMedCrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1988

Authors and Affiliations

  • K. Bechter
  • S. Herzog
  • B. Fleischer
  • R. Schüttler
  • R. Rott

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