Die Not der Helfer

  • R. Zwiebel

Zusammenfassung

1. Zu Beginn möchte ich den Titel meines Beitrages spezifizieren: Vor allem argumentiere ich als Psychoanalytiker, was folgendes impliziert: Meine persönliche Erfahrung rekrutiert sich aus der analytischen Situation, die zwar eine helfende Beziehung darstellt, aber auf Grund ihrer spezifischen Struktur nicht ohne weiteres mit anderen helfenden Beziehungen gleichgesetzt werden kann. Es ist aber berechtigt, die analytische Situation als eine Art Laboratoriumssituation anzusehen, in der sich viele relevante Beziehungsaspekte in quasi mikropsychologischer Weise studieren lassen. Als Psychoanalytiker bin ich dabei insbesondere an den unbewußten Elementen dieser Situation interessiert, denen aus psychoanalytischer Sicht Vorrang gegenüber allen anderen Elementen gebührt. Der Ausgangspunkt von der analytischen Situation und ihrer unbewußten Beziehungsdynamik bringt also eine erste Eingrenzung des Themas mit sich. Zwar lassen sich aus diesen Erfahrungen generelle Überlegungen zu jeder irgendwie gearteten helfenden Beziehung ableiten — man muß sich nur einmal überlegen, in welchem Umfang der Mensch in seiner Alltäglichkeit mit „Hilfe“ im weitesten Sinn zu tun hat —, ich werde mich jedoch auf einige Überlegungen zur professionellen Hilfe im psychosozialen Bereich beschränken: die Helfer, über die hier die Rede ist, sind also solche in psychiatrischen, psychotherapeutischen und medizinischen Institutionen mit einer spezifischen Berufsqualifikation.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin, Heidelberg 1987

Authors and Affiliations

  • R. Zwiebel

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