Die Wirkung von Pentaerithrityltetranitrat auf die Herzmuskulatur

  • G. Kojda
  • E. Noack

Zusammenfassung

Die vasodilatatorischen Eigenschaften organischer Nitrate, einschließlich Pentaeri-thrityltetranitrat (PETN) sind seit langem gut bekannt. Sie lösen auf indirektem Wege günstige Effekte auf das Herz aus, indem sie dessen Sauerstoffverbrauch senken und das Sauerstoffangebot erhöhen (Ahlner et al., 1991). Der Mechanismus, welcher der vasodilatorischen Wirkung organischer Nitrate zugrunde liegt, umfaßt die intrazelluläre, höchstwahrscheinlich enzymatisch katalysierte Bildung von Stickstoffmonoxid (NO) sowie die durch NO induzierte Stimulierung der löslichen Guanylatzyklase (sGC), welche zur Bildung von zyklischem Guanosinmonophosphat (cGMP) führt (Noack und Feelisch, 1990). Ein solcher Wirkungsmechanismus konnte kürzlich in unserem Labor auch für PETN nachgewiesen werden (Noack und Kojda, 1994). Dagegen wurde eine direkte kardiale Wirkung dieser Arzneistoffe bisher nicht beschrieben. Es ist auch nicht bekannt, ob organische Nitrate in Herzmuskelzellen zu ihrem aktiven Wirkprinzip, NO, bioaktiviert werden. Dagegen zeigen einige Untersuchungen, durchgeführt mit NO selbst, negative Effekte auf die myokardiale Kontraktion (Ishibashi et al., 1994), während in anderen kein Effekt beobachtet werden konnte (Ma et al., 1993). Wir haben deshalb Primärkulturen linksventrikulärer Kardiomyozyten sowie Papillarmuskelpräparationen der erwach-senen Ratte mit PETN stimuliert und Veränderungen im intrazellulären cGMP-Spiegel und im kontraktilen Verhalten gemessen. Inkubation der Kardiomyozyten mit 10µM PETN führte zur einem signifikanten Anstieg des intrazellulären cGMP-Spiegels.

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Literatur

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Copyright information

© Dr. Dietrich Steinkopff Verlag, Darmstadt 1995

Authors and Affiliations

  • G. Kojda
  • E. Noack

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