Zusammenfassung und Fazit des Rundtischgesprächs

  • S. Lorenz
Conference paper

Zusammenfassung

Am zweiten Tag des Symposiums wurden im Rahmen eines Rundtischgesprächs verschiedene Katastrophenszenarien demonstriert. Es sollte versucht werden, anhand unterschiedlicher Lösungsstrategien die besonderen Probleme beim Massenanfall von Brandverletzten auszuloten. Dabei waren die in den Planspielen vorgegebenen Situationen bewußt extrem gewählt. Es ist nämlich gerade der sog. unwahrscheinliche Unfall, der sich zur Katastrophe entwickelt. Bei den Planspielen waren vorgegeben:
  • Unfallort und-art,

  • Umweltbedingungen (Tageszeit, Witterung, Sicht),

  • Anzahl der Verletzten, Art der Verletzungen. Anschließend wurden Konzepte zur Bewältigung der Katastrophe entwickelt und in der Diskussion bewertet. Dabei mußte zunächst geklärt werden, ob dem raschen Abtransport der Verletzten ohne vorherige Triage der Vorrang zu geben wäre, oder ob die Verhältnisse die Sichtung, Erstbehandlung am Unfallort und erst späteren, nach Triagekriterien geordneten Abtransport der Patienten erforderlich machen würden. Die Diskussionsteilnehmer waren sich einig, daß, wo immer die Lage es möglich mache, der sofortige Transport in die nächstliegenden Schwerpunktkrankenhäuser anzustreben wäre. Dabei sollten am Unfallort nicht mehr als die üblichen Erstmaßnahmen (Notversorgung) vorgenommen werden. In den Krankenhäusern wird dann von Chirurgen triagiert und nötigenfalls in Spezialzentren weiterverlegt. Damit soll verhindert werden, daß durch falsche Einschätzung der Verletzungen Patienten mit leichten Verbrennungen oder solche mit infauster Prognose die Spezialbetten blockieren. Ein solches Vorgehen ist jedoch nicht immer möglich. Insbesondere wenn der Lufttransport verhindert ist (Witterung), kann es erforderlich sein, schon am Unfallort mit der Schocktherapie zu beginnen, d.h. große Mengen Infusionslösung müssen in kurzer Zeit bereitgestellt werden. Außerdem wird eine ausreichende Zahl von Ärzten und ärztlichem Hilfspersonal am Unfallort benötigt, wo sie möglichst unter Anleitung eines Verbrennungsspezialisten die Initialbehandlung durchführen. In diesem Fall ist eine suffiziente Triage vor Ort unerläßlich.

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© Dr. Dietrich Steinkopff Verlag, GmbH & Co. KG, Darmstadt 1991

Authors and Affiliations

  • S. Lorenz
    • 1
  1. 1.BG Unfallklinik LudwigshafenDeutschland

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