Der Einfluß zusätzlicher atrioventrikulärer Leitungsbahnen bei Kindern und Jugendlichen auf den normalen Erregungsablauf im Herzen

  • H. Weber
Conference paper
Part of the Verhandlungen der Deutschen Gesellschaft für Kreislaufforschung book series (2849, volume 44)

Zusammenfassung

Bei 200 Kindern und Jugendlichen wurde während der Herzkatheteruntersuchung durch Frequenzbelastung und programmierte Stimulation nach zusätzlichen Leitungsbahnen zwischen Vorhöfen und Ventrikeln gesucht. Es konnte kein Zusammenhang zwischen dem Vorliegen zusätzlicher Leitungsbahnen und kongenitaler Herzfehler gefunden werden. Bei fehlender antegrader Erregungsausbreitung über die zusätzliche Bahn sind keine Präexzitationszeichen zu erkennen. Von den Leitungseigenschaften sowohl der zusätzlichen als auch der normalen Bahnen ist es abhängig, ob ein Tachycardieanfall im Sinne einer kreisenden Erregung zustande kommen kann. Im Falle einer Erregungsausbreitungsstörung über die normale Bahn wird die antegrade Erregungsausbreitung vornehmlich über die zusätzliche Leitungsbahn geführt. Durch intraatriale Erregungsumkehr kann es abwechselnd zu Tachycardie- anfällen von verschiedenen Leitungsmustern kommen. Wechselnde Leitungseigenschaften der zusätzlichen Bahnen könnten die Ursache für medikamentös-refraktäre Rhythmusstörungen sein und die erst im Erwachsenenalter auftretenden Rhythmusstörungen bei angeborenen versteckten zusätzlichen Leitungsbahnen (9%) erklären.

Copyright information

© Dr. Dietrich Steinkopff Verlag GmbH & Co. KG Darmstadt 1978

Authors and Affiliations

  • H. Weber
    • 1
  1. 1.Kardiolog. AbteilungUniv.-Kinderklinik GöttingenGermany

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