Spezifische Probleme des Integrierten Pflanzenschutzes im Acker- und Feldgemüsebau

  • F. Schütte
Conference paper
Part of the Fortschritte im Integrierten Pflanzenschutz book series (2864, volume 1)

Kurzfassung

Für die wichtigsten zoologischen Schadorganismen der landwirtschaftlichen Kulturpflanzen und die der auf grossen Feldern angebauten Gemüsearten, wie Kohl, Möhren, Bohnen und Erbsen, stehen bekanntlich eine grosse Zahl geeigneter Bekampfungsmassnahmen zur Verfügung. Da ausserdem bereits so langfristige Prognosen entwickelt wurden, dass sich alle kulturellen Verfahren, selbst der Fruchtwechsel und der Anbau einer resistenten Sorte, gezielt ansetzen lassen, sind zwei entscheidende Voraussetzungen für einen erfolgreichen Einsatz integrierter Bekämpfungsvorhaben vorhanden. Fraglich - und zwar speziell für den Feldanbau - ist aber, ob auch bei der heute üblichen Bewirtschaftung, in der möglichst grosse, einheitliche Felder angestrebt werden, auf denen kein Unkraut wachsen soll, überhaupt noch biotische Gegenspieler in nennenswerter Anzahl vorhanden sind. Nur dann dürfte es aussichtsreich sein, durch Schutz der Gegenspieler eine Reduktion der Massnahmen zu erreichen. Die Überprüfung dieser Frage an mehreren Vertretern der Gattung Pieris, den Weizengallmücken (Contarinia tritici Kirby und Sitodiplosis mosellana Géh.), der Kohlfliege (Phorbia brassicae Bché.) und den Getreideblattläusen hat erkennen lassen, dass zumindest in den Gradationsphasen dieser Arten die Verluste durch Parasiten, Räuber und Krankheiten auch heute noch sehr hoch sind. Daher ist ebenfalls in der Landwirtschaft mit einem erfolgreichen Einsatz der integrierten Bekämpfung zu rechnen.- Im Feldgemüseanbau lässt sich eine weitere Einschränkung des Einsatzes von Pestiziden dadurch erreichen, dass man die Gemüsearten innerhalb der Fruchtfolge an günstige Stellen setzt und sie nur in grösseren zeitlichen Abständen anbaut. Das lässt sich dann leicht und besser als bisher durchführen, wenn man den Anbau dieser Kulturen in der Nähe der Verarbeitungsbetriebe reduziert und in entfernteren Gebieten fördert. Zumindest für Kohl und Möhren dürfte sich diese Forderung ohne grosse Kosten erfüllen lassen, da die Ernte auch längere Transporte ohne qualitative Einbussen übersteht.

Copyright information

© Dr. Dietrich SteinkopffVerlag, Darmstadt 1975

Authors and Affiliations

  • F. Schütte
    • 1
  1. 1.Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft Institut für Getreide-, Ölfrucht- und FutterpflanzenkrankheitenKielGermany

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