Perioperatives Neuromonitoring

  • O. Detsch
  • Eberhard Kochs

Zusammenfassung

Eine Vielzahl pathologischer Zustände oder operativer Maßnahmen können zu einem ▶ Ungleichgewicht zwischen zerebralem Substrat- und Sauerstoffangebot sowie -bedarf führen. In nicht pathologisch verändertem Hirngewebe determiniert die neuronale Funktion den Metabolismus und dieser den BlutflußNormalwert: >40–50 ml · 100 g−1 · min−1). Das Ziel des Neuromonitorings ist die Überwachung zentralnervöser Strukturen, die durch Minderperfusion in ihrer Integrität gefährdet sind. Eine Minderperfusion führt zuerst zu einem Erliegen des Funktionsstoffwechsels (▶ electric failure) und erst dann zu einem morphologischen Neuronenschaden (▶ membrane failure), wenn der zerebrale Blutfluß (CBF) auf Werte unterhalb einer kritischen Schwelle abgesunken ist (Abb. 1). Sinkt der CBF auf etwa 16–20 ml · loo g−1 · min−1, so zeigen sich zwar progrediente EEG-Veränderungen bis hin zu hirnelektrischer Stille und bei einem CBF von etwa 12–15 ml · 100 g−1 · min−1 sind keine evozierten Hirnstammpotentiale mehr ableitbar, doch bedeutet dies noch nicht unbedingt den sofortigen ▶ irreversiblen Neuronenuntergang (<6 ml · 100 g−1 · min−1). Mit Hilfe elektrophysiologischer Überwachungsverfahren (Elektroenzephalogramm, evozierte Potentiale) kann der ▶ Funktionsverlust erfaßt und die Perfusion dann im günstigen Fall durch geeignete Maßnahmen wiederhergestellt werden, bevor es zu einem irreversiblen Neuronenschaden mit einem postoperativen neurologischen Defizit kommt.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1998

Authors and Affiliations

  • O. Detsch
    • 1
  • Eberhard Kochs
    • 1
  1. 1.Institut für Anaesthesiologie, Klinikum rechts der lsarTechnische Universität MünchenMünchenDeutschland

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