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Die Wohnungseigentümer als Schuldner

  • Frank Heerstraßen
Part of the Potsdamer Rechtswissenschaftliche Reihe book series (POTSDRECHTS, volume 4)

Zusammenfassung

Bei rechtsgeschäftlichen Maßnahmen zur Verwaltung des gemeinschaftlichen Eigentums schließen die Wohnungseigentümer, wie für die Gläubigerseite bereits untersucht, einen einzigen Vertrag, deren Vertragspartei alle wirksam vertretenen Wohnungseigentümer werden.1 Anders als auf der Gläubigerseite resultieren aus diesem Vertrag jedoch so viele Forderungen gegen die Wohnungseigentümer, wie Wohnungseigentümer am Vertrag beteiligt sind. Während auf Gläubigerseite die Wohnungseigentümer gemeinschaftlich an einem Forderungsrecht berechtigt sind, kommt für die Schuldnerseite eine Verpflichtung der Wohnungseigentümer nur in der Weise in Betracht, daß der Dritte gegen jeden am Vertrag beteiligten Wohnungseigentümer je eine Forderung erlangt. Ein einziger, gegen alle Wohnungseigentümer gemeinsam gerichteter Anspruch wäre nur dann denkbar, wenn die Wohnungseigentümer in ihrer Gesamtheit - eben als Gemeinschaft der Wohnungseigentümer - Träger von Rechten und Pflichten sein könnten; dies ist jedoch nicht der Fall.2 Die Gemeinschaft der Wohnungseigentümer ist keine juristische Person, sie ist weder rechts- noch teilrechtsfähig. Auch eine „Verpflichtungsgemeinschaft“- also der umgekehrte Fall des § 741 BGB - existiert nicht, es gibt keine gemeinschaftliche Verpflichtung mehrerer Rechtssubjekte aus einer einzigen Forderung, das heißt keine „Bruchteils- schulden“.3 Daraus folgt zwangsläufig, daß so viele Forderungen entstehen, wie Wohnungseigentümer am jeweiligen Vertrag beteiligt sind.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1998

Authors and Affiliations

  • Frank Heerstraßen
    • 1
  1. 1.Deutschland

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