Die Beziehung zwischen Arzt und Hebamme in ihrer Bedeutung für eine psychosomatisch orientierte Geburtshilfe

  • P. Diederichs
  • U. Schroth
  • H. J. Prill
  • R. Hils
  • E. Kimmerle

Zusammenfassung

Obwohl ich als Psychotherapeut vorwiegend indirekt am Kreißsaalgeschehen beteiligt war, z.B. während meiner 3 1/2 jähngen psychosomatischen Arbeit in einer Universitätsfrauenklinik, als Dozent einer Hebammenschule oder durch die Balint-Gruppenarbeit mit Kreißsaalpersonal, glaube ich, gewisse Einblicke in die kreißsaalspezifische Interaktion gewonnen zu haben. Darüber hinaus fühle ich mich motiviert und legitimiert, über Beziehungsaspekte des Kreißsaalpersonals zu sprechen, weil ich eine deutliche Parallele zwischen dem Geburtshelfer und dem Psychotherapeuten erlebe. Beide sind an der Entstehung einer neuen Beziehung beteiligt. Der Geburtshelfer (Arzt und Hebamme) trägt zum „Manifestwerden“der Mutter-Kind- Beziehung bei. Der Psychotherapeut ist in der Behandlung für den Patienten das wichtigste „Instrument“, den Neubeginn einer Beziehung zu lernen. Die meisten der heutigen Patienten sind letztlich beziehungskrank; sie erkranken an psychoneurotischen oder psychosomatischen Symptomen beim Eingehen oder Aufgeben einer Partnerbeziehung. Nicht umsonst hat Freud die psychoanalytische Methode als Hebammenkunst bezeichnet und Otto Rank, einer seiner ersten Schüler, die erfolgreiche psychotherapeutische Behandlung mit einer Wiedergeburt verglichen. An der Interaktion im Kreißsaal sind verschiedene Personen und Rollenträger beteiligt: in erster Linie die Gebärende und ihr Partner sowie die Hebamme und der Kreißsaalarzt. Darüber hinaus sind häufig der Anästhesist und der Pädiater beteiligt, nicht zu vergessen das Reinigungspersonal. In Universitätskliniken und akademischen Lehrkrankenhäusern wird das Kreißsaalteam noch um die Studenten im praktischen Jahr, Famuli und Hebammenschülerinnen erweitert.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1987

Authors and Affiliations

  • P. Diederichs
  • U. Schroth
  • H. J. Prill
  • R. Hils
  • E. Kimmerle

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