Lokaler Substanzverlust im Bereich der Hüftgelenk- und Beckenregion bei Implantatlockerung: Versorgungsmöglichkeiten mit autologen und homologen Knochentransplantaten

  • K. B. Otto
Conference paper

Zusammenfassung

Bei Implantatlockerungen werden in zunehmendem Maße z. T. erhebliche Knochensubstanzverluste beobachtet. Insbesondere im Azetabulum-Becken-Bereich und den proximalen Femurabschnitten sehen wir Knochenzerstörungen, die nicht nur bei tiefen Infektionen, sondern auch bei mechanischer Lockerung und toxischer Fremdkörpereinwirkung auftreten [5]. Bisherige Versuche, ausgedehnte Knochenverluste im Azetabulumbereich durch Metallkonstruktionen auszugleichen, haben oft nicht zu den erhofften Erfolgen geführt; auch Zementauffüllungen waren meist enttäuschend. Seit 1978 haben wir daher versucht, zunächst bei den kongenitalen Hüftgelenkluxationen die gegebenen Knochensubstanzdefekte im primären Pfannenbereich durch autologe Transplantate mit dem Hüftkopf zu ersetzen (Abb. 1) [1, 10, 13]. Die guten Erfahrungen hierbei haben in mehreren 100 Fällen dazu geführt, in gleicher Weise auch bei sekundären Knochendefekten (insbesondere bei Wechseloperationen) vorzugehen [14]. So konnte bei gleichzeitig erforderlich werdender Primärversorgung der Hüftkopf der Gegenseite zur Pfannenrekonstruktion herangezogen werden (Abb. 2–4). Bei beidseitig versorgten Hüftgelenken und Pfannenlockerungen mit Pfannendachdefekten wurden Knochenblöcke aus dem Beckenkamm zur Wiederherstellung verwendet.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin, Heidelberg 1987

Authors and Affiliations

  • K. B. Otto

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