Zur Bedeutung des Typ- A-Verhaltensmusters für die Herzinfarktrehabilitation

  • G. Kaufhold

Zusammenfassung

In der BRD findet über die klassischen Risikofaktoren hinaus auch das Typ-A-Verhaltensmuster in der Praxis langsam Anerkennung als eigenständiger Risikofaktor bei der Genese von koronaren Herzkrankheiten (vgl. z.B. Halhuber u. Halhuber 1981). In der Wissenschaft, speziell in der Epidemiologie und differentiellen Psychologie, hat das Typ-A-Konzept im letzten Jahrzehnt bereits erhebliche Beachtung gefunden, was an dem deutlichen Anstieg der Zahl der Veröffentlichungen zu Typ A in diesen Gebieten zu erkennen ist. In den Psychological Abstracts, einem Dokumentationssystem der wissenschaftlichen Literatur zur Psychologie und angrenzenden Fachgebieten, wurden im Jahre 1979 lediglich 11 Artikel erfaßt, die dieses Thema behandelten. 1980 waren es 21, 1981: 49, 1982: 61, 1983: 71, 1984: 64 und 1985 bereits 97. Dennoch steckt die Forschung zu diesem Thema noch in den Kinderschuhen. In der Herzinfarktursachenforschung weitet sich der Fragenkatalog immer mehr aus und rüttelt am Fundament des Konzepts. Warum können einige epidemiologische Studien in den 80er Jahren keine Wirkung vom Typ-A-Verhaltensmuster auf somatische Variablen wie Infarktinzidenz (z.B. Case et al. 1985) nachweisen, wo doch nahezu alle Studien der 60er und 70er Jahre dies belegten? Gibt es überhaupt ein Typ-A-Persönlichkeitsmerkmal oder sind es mehrere spezifische Merkmale mit verschiedenen Wirkungsmechanismen (s.Jenkins et al. 1978)? Ist das Typ-A-Konzept nicht einfach die Beschreibung des Leistungsideals der modernen Industriegesellschaft und somit kein Persönlichkeits-, sondern ein gesellschaftliches Phänomen (vgl. z.B. Mettlin 1976)?

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1987

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  • G. Kaufhold

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