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Zur Beurteilung der Testierfähigkeit bei zerebralen Abbauprozessen

— unter besonderer Berücksichtigung des „luciden Intervalls“
  • G. Harrer
  • Chr. Frank

Zusammenfassung

Durch die mit der veränderten Altersstruktur der Bevölkerung ansteigende Häufigkeit dementieller Erkrankungsbilder gewinnen auch die Probleme der psychiatrischen Beurteilung der Testierfähigkeit von Erblassern in höherem Lebensalter zunehmend an praktischer Bedeutung. Jeder Arzt kann in die Lage kommen, für das Gericht — meist nach dem Tod, selten noch zu Lebzeiten des Testators — Aussagen über das psychische Zustandsbild seines Patienten treffen zu müssen, um so Anhaltspunkte für die Beurteilung der in Zweifel gezogenen Testierfähigkeit gewinnen zu können. Besonders bei sich widersprechenden Zeugenaussagen der Beteiligten erlangen die ärztlichen Befunde und Beobachtungen geradezu eine Schlüsselstellung in der Beweiskette, sofern die Angaben sachdienlich, konkret und begründbar sind. Daraus erhellt die Notwendigkeit einer sorgfältigen, auch auf psychische Besonderheiten achtenden Befunderhebung und Dokumentation.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1986

Authors and Affiliations

  • G. Harrer
  • Chr. Frank

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