Einleitung

  • Otto-Joachim Grüsser

Zusammenfassung

Die Aufklärung des 18. Jahrhunderts befreite die gebildeten und sozial privilegierten Schichten Mitteleuropas von ideologischer und religiöser Bevormundung und öffnete den Naturwissenschaften ihren erfolgreichen Weg in die Neuzeit. „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen″, schrieb Kant 1784. Während der Entwicklung des europäischen Denkens wurde diese Befreiung mehrfach versucht. Eine umfassende, die meisten Gebildeten unseres Landes beeinflussende Aufklärungsbewegung setzte sich jedoch erst in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts durch, als in unserem Land wichtige Denkanstöße von den französischen Encyclopädisten (z. B. Diderot, d’Alembert), von Voltaire und den materialistischen Philosophen d’Holbach und de LaMettrie übernommen wurden und auch die englischen Empiristen wie Locke und Hume einigen Einfluß auf das mitteleuropäische Denken bekamen. In Deutschland waren es besonders die Schriften von Christian Wolff, Gotthold Ephraim Lessing, Moses Mendelssohn und Friedrich Nicolai, die Förderung durch Friedrich II. von Preussen und schließlich der nachhaltige Einfluß Kants, die der Aufklärung ihre Breitenwirkung verschafften. Der Weg zu einer rationalen Erforschung der Natur und der Welt des Menschen wurde frei und damit die Voraussetzungen zur Entwicklung der modernen Naturwissenschaften und der Technik geschaffen.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1987

Authors and Affiliations

  • Otto-Joachim Grüsser
    • 1
  1. 1.Physiologisches Institut der FreienUniversität BerlinBerlin 33Deutschland

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