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Die vergessene Revision der Konversionstheorie durch Ferenczi, Rank und Deutsch

  • L. Janus
Conference paper

Zusammenfassung

In immer neuen Formulierungen hat Freud das vielschichtige Wesen des Konversionsvorgangs zu fassen gesucht. Er hat dabei immer einsinnige und eindeutige Formulierungen vermieden, wie sie später in den Definitionen der Konversion verwendet wurden. Eine Zusammenfassung seines Konversionskonzepts findet sich in Hysterische Phantasien und ihre Beziehung zur Bisexualität (1908). Er gibt eine Reihe von 9 Formeln an, „die sich bemühen, das Wesen der hysterischen Symptome fortschreitend zu erschöpfen“ (Freud 1908, S.195). Um den Gang der Diskussion ein Stück weit zu vereinfachen, seien folgende 4 Formeln hervorgehoben: „1) Das hysterische Symptom ist das Erinnerungssymbol gewisser wirksamer (traumatischer) Eindrücke und Erlebnisse. ... 2) Das hysterische Symptom ist der durch ,Konversion‘ erzeugte Ersatz für die assoziative Wiederkehr dieser traumatischen Erlebnisse. 4) Das hysterische Symptom ist die Realisierung einer der Wunscherfüllung dienenden, unbewußten Phantasie.... 6) Das hysterische Symptom entspricht der Wiederkehr einer Weise der Sexualbefriedigung, die im infantilen Leben real gewesen und seither verdrängt worden ist“ (Freud 1908, S.196). In der späteren Diskussion wurde häufig der Kern des Konversionsvorgangs zur symbolischen Darstellung verkürzt. Dabei entfällt dann die Kategorie des Erinnnerungssymbols an traumatische Eindrücke und die Kategorie der regressiven Wiederbelebung infantiler Triebbefriedigungsmodalitäten. Aber gerade diese sind es, die den „geheimnisvollen Sprung vom Seelischen ins Körperliche“ verständlicher machen können.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1987

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  • L. Janus

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