Advertisement

Routinemäßige quantitative Psychotherapieerfolgskontrolle im klinischen Alltag

  • H.-J. Grünzig
  • R. Schors

Zusammenfassung

Eine zentrale Problemstellung der internationalen Psychotherapieforschung betrifft die Untersuchung von sogenannten Wirkfaktoren, also die Untersuchung jener Faktoren, die zu nachhaltigen Veränderungen im Erleben und Verhalten (und auch der psychophysiologischen Reaktionsweisen) beitragen. Eine erste wesentliche Voraussetzung für solche Untersuchungen stellt die methodisch gesicherte, objektivierbare Feststellung relevanter Veränderungen dar. In einer Reihe von Forschungsvorhaben (Übersicht bei Kächele u. Schors 1981 ; s. auch Luborsky 1984) sind entsprechende elaborierte psychodiagnostische Verfahren entwickelt und eingesetzt worden. Ein kritischer Punkt solcher Untersuchungen besteht jedoch in der Generalisierbarkeit der Befunde: 1) handelt es sich im allgemeinen um geringe Stichprobenumfänge, 2) sind die psychodiagnostischen Instrumente großenteils für spezielle Fragestellungen ausgewählt worden, 3) muß berücksichtigt werden, daß das mit einem anspruchsvollen Forschungsvorhaben verbundene besondere Interesse der Psychotherapeuten und deren eigene emotionale Beteiligung Auswirkungen auf die Behandlungsführung hat und häufig eine ungewöhnlich gründliche Dokumentation (z. B. Tonbandprotokollierung der Psychotherapiesitzungen) sowie dichtere kollegiale Supervision mit sich bringt. Aus diesen Erwägungen ergeben sich Zweifel, inwieweit die gewonnenen Befunde über diese spezielle Forschungssituation hinaus auf den psychotherapeutischen Alltag übertragen werden können.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Beck AT, Weissman A, Lester D, Trexler L (1974) The measurements of pessimism: The hopeless scale. J Consult Clin Psychol 42: 861–865PubMedCrossRefGoogle Scholar
  2. Beckmann D, Brähler E, Richter HE (1977) Neustandardisierung des Gießen-Test ( GT ). Diagnostica 23: 287–297Google Scholar
  3. Brähler E, Scheer J (1983) Der Gießener Beschwerdebogen (GBB). Huber, BernGoogle Scholar
  4. Fahrenberg J, Hampel R, Selg H (1973) Freiburger Persönlichkeits-Inventar (FPI). Hogrefe, Göttingen Toronto ZürichGoogle Scholar
  5. Harris CW (ed) (1967) Problems in measuring change. University of Wisconsin Press, MadisonGoogle Scholar
  6. Kächele H, Schors R (1981) Ansätze und Ergebnisse psychoanalytischer Therapieforschung. In: Baumann U, Berbalk H, Seidenstücker G (Hrsg) Klinische Psychologie 4 - Trends in Forschung und Praxis. Huber, Bern, S 209–257Google Scholar
  7. Krampen G (1979) Hoffnungslosigkeit bei stationären Patienten. Med Psychol 5: 39–49Google Scholar
  8. Liberman RP, King LW, DeRisi W, McCann M (1975) Personal effectiveness. Research Press, Champaign, pp 146–149Google Scholar
  9. Luborsky L (1984) Principles of psychoanalytic psychotherapy. Basic, New YorkGoogle Scholar
  10. Petermann F (1978) Veränderungsmessung. Kohlhammer, StuttgartGoogle Scholar
  11. Ullrich R, Ullrich R (1975) Das Emotionalitätsinventar ( EMI ). Diagnostica 21: 84–95Google Scholar
  12. Ullrich de Muynck R, Ullrich R (1976) Das Assertiveness-Training-Programm ATP: Einübung von Selbstvertrauen und sozialer Kompetenz. Pfeiffer, MünchenGoogle Scholar
  13. Zielke M, Kopf-Mehnert CR (1978) Veränderungsfragebogen des Erlebens und Verhaltens. Beltz, WeinheimGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1987

Authors and Affiliations

  • H.-J. Grünzig
  • R. Schors

There are no affiliations available

Personalised recommendations