Advertisement

Über den Schwindel bei Viktor von Weizsäcker

Conference paper

Zusammenfassung

„Meine Beschäftigung mit der Neurologie beginnt etwa 1917“ -, Viktor von Weizsäcker war damals 31 Jahre alt und hatte sich ein Jahr zuvor mit einer Arbeit „Über die Energetik der Muskeln und insbesondere des Herzmuskels“ bei Ludolf Krehl in Heidelberg (als Internist also) habilitiert -, „wo ich als Lazarettarzt in Montmedy in einer kleinen Küche meines Privatquartiers begann, Versuche über die Abhängigkeit des Lokalisierens im Raum von der Kopf-und Augenstellung zu machen“, so erinnert er sich später im Kapitel „Neurologie“ von Natur und Geist (1986, S. 56). Seine erste neurologische Visitenkarte gibt er am 7.5. 1918 im Naturhistorisch-Medizinischen Verein zu Heidelberg mit der Vorstellung eines Kranken ab, der an Menière-Anfällen erkrankt war, an die sich eine dauerende Störung der Raumwahrnehmung angeschlossen hatte (1918). Mit einer systematischen Analyse des optischen Raumsinns am gleichen Fall, die er 1919 in der Deutschen Zeitschrift für Nervenheilkunde publiziert, stellt er sich der Zunft der Neurologen vor, die damals allerdings eine kleine Schar gewesen ist. 1920 übernimmt er die Nervenabteilung der Medizinischen Klinik in Heidelberg. Aus dem gleichen Jahr stammt ein allgemein verständlicher enzyklopädischer Aufsatz mit dem Thema Wir und der Raum, der diese Beziehung auf allen Ebenen anatomisch, physiologisch, physikalisch und philosophisch traktiert. Auch in den folgenden Jahren üben Störungen der Raum-wahrnehmung in Verbindung mit Störungen der motorischen Koordination eine Faszination auf ihn aus (1924, 1931), wohl weil er in der Wahrnehmung des Raums eine grundlegende Sinnesleistung wie in der Erhaltung des Körpergleichgewichts eine grundlegende motorische Leistung gesehen hat, die er im Zuge seiner Studien über den Abbau sensibler Leistungen und seiner Untersuchungen zum Aufbau der Motorik mehr und mehr auf einander zu beziehen sich gezwungen sah.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Beringer K (1948) Selbstschilderung eines Paralysis agitans-Kranken. Nervenarzt 19: 70–80Google Scholar
  2. Dostojewski F (1963) Der Idiot. Übers. von EK Rahsin. Piper, MünchenGoogle Scholar
  3. Hallgrimsson O, Janz D (1966) Zum Verlauf der Menièreschen Krankheit. Nervenarzt 37: 285–290PubMedGoogle Scholar
  4. Heidegger M (1972) Sein und Zeit. Niemeyer, TübingenGoogle Scholar
  5. Jackson H (1888) On a particular variety of epilepsy („intellectual aura“), one case with symptoms of organic brain disease. Brain 11, 1794. In: Selected writings of John Hughlings Jackson. Hodder & Stoughton, London, Vol I (1931) pp 385–405Google Scholar
  6. Kierkegaard S (1960ff) Der Begriff Angst, Bd 1. Furcht und Zittern, Bd 3. In: Werke, übers. von L Richter. Rowohlt, ReinbekGoogle Scholar
  7. Menière P (1861) Maladie de l’oreille interne offrant les symptôms de la congestion cérébrale apoplectiforme. Gaz med Paris 3/16: 88Google Scholar
  8. Sartre JP (1949) Der Ekel. Rowohlt, StuttgartGoogle Scholar
  9. Vogel P (1931a) Über die Bedingungen des optokinetischen Schwindels. Pflügers Arch Ges Physiol 228: 631–643Google Scholar
  10. Vogel P (1931b) Über optokinetische Reaktionsbewegungen und Scheinbewegungen. Pflügers Arch Ges Physiol 228: 631–643Google Scholar
  11. Vogel P (1931c) Über Regulation des Körpergleichgewichtes. Verh Dtsch Ges Inn Med 43: 51–55Google Scholar
  12. Vogel P (1932) Zur Symptomatologie und Klinik des Schwindels. Nervenarzt 5: 169–179Google Scholar
  13. Vogel P (1933) Studien über Schwindel. Sitzungsber Heidetb Akad Wiss Math Naturwiss Kl, 5. Abh.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1987

Authors and Affiliations

  • D. Janz

There are no affiliations available

Personalised recommendations