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Familienorientierte Arbeit und Familientherapie im Rahmen von poliklinischen und stationären Aktivitäten

  • R. Buhl
  • H. Freyberger
Conference paper

Zusammenfassung

Den Ausgangspunkt für den Beginn der familienorientierten Arbeit und der systemischen Familientherapie innerhalb unserer Hannover-Abteilung stellte einesteils der supportiv-psychotherapeutische und konfliktbearbeitende Umgang (letzterer vor allem im Rahmen unseres stationär-psychosomatischen Settings) mit Crohn-Patienten dar und zwar im Rahmen eines — seitens der Volkswagen-Stiftung geförderten — Forschungsprojektes. Dieses Projekt beinhaltete das Ziel, ein Versorgungsmodell für hospitalisierte Crohn-Patienten darzustellen und zu evaluieren. Anderenteils gingen wir von den seit 4 Jahren gehäuft in unserer äußeren Poliklinik erscheinenden Patienten mit Bulimia nervosa aus. Bei diesen beiden Patientengruppen, die wir zunächst anhand psychodynamischer Erstinterviews und teilweise auch im Rahmen von Psychotherapien sahen, fiel uns, ähnlich wie bereits für Anorexia nervosa beschrieben wurde (Weber u. Stierlin 1981; Weber 1983), die ungenügende Ausbildung einer Individuation in deren Familien auf, d. h. die Unfähigkeit der Familienmitglieder, sich innerhalb und außerhalb der Familie abzugrenzen sowie gleichzeitig einen lebendigen Austausch zu haben, in welchem sich unterschiedliche Positionen bestimmen, Konflikte austragen und Kompromisse aushandeln lassen. Ferner konstatierten wir, ebenfalls ähnlich wie bei der Anorexia nervosa, bei den Crohn- und Bulimia-nervosa-Patienten, daß in deren Familien meist 3 (Großeltern, Eltern, Kinder) Generationen in gegenseitiger Abhängigkeit stark ineinander verklammert waren mit der Konsequenz einer überfürsorglichen Erziehung von Kindern, die dadurch an ihre (Groß-)Eltern gebunden blieben und zwar auch dann noch, wenn diese (früheren) Kinder selbst neue Familien gegründet hatten.

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Literatur

  1. Simon F, Stierlin H (1984) Die Sprache der Familientherapie. Klett-Cotta, StuttgartGoogle Scholar
  2. Weber G (1983) Systemische Familientherapie in der Praxis. Prax Psychother Psychosom 28: 293–304Google Scholar
  3. Weber G, Stierlin H (1981) Familiendynamik und Familientherapie der Anorexia nervosa-Familie. In: Meermann R (Hrsg) Anorexia nervosa. Enke, StuttgartGoogle Scholar
  4. Weiss T (1987) Familientherapie ohne Familie? Ein systemischer Ansatz auf einer psychosomatischen Station. (Siehe Seite 137–142 in diesem Band)Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1987

Authors and Affiliations

  • R. Buhl
  • H. Freyberger

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