Advertisement

Dilemmata der genetischen Beratung

  • Maria Reif
  • Helmut Baitsch
Chapter
  • 27 Downloads

Zusammenfassung

Unsere Auseinandersetzung mit den Zielen, Möglichkeiten und Auswirkungen der genetischen Beratung erbrachte folgendes: Unabhängig davon, ob eher gesellschaftsbezogene oder individuumorientierte Zielvorstellungen im Vordergrund stehen, wird die Sicht vertreten, daß die Entscheidung hinsichtlich gewünschter Kinder und zur Durchführung pränataldiagnostischer Untersuchungen den Klienten überlassen bleiben muß. Katamnestische Erhebungen zeigen, daß selbst ein recht direktiver Rat des Beraters die Entscheidungen der Klienten nicht notwendigerweise bestimmt. Es finden sich immer wieder Klienten, die sich entgegen einem solchen Rat entscheiden. Steht ein Schwangerschaftsabbruch in Frage, tritt die Bedeutung der freien und selbstverantwortlichen Entscheidung besonders deutlich in den Vordergrund. Zugleich ist der Entscheidungsspielraum eingeschränkt: Da der Verzicht auf ein Kind in diesem Fall nicht das Verhindern einer Schwangerschaft, sondern deren Abbruch beinhaltet, werden in hohem Maße persönliche und gesellschaftliche Wertorientierungen sowie Normen, gesetzliche Regelungen wie der § 218 tangiert. Ein Handeln entsprechend einer solchen Entscheidung ist nur dann möglich, wenn die Entscheidung von den beteiligten Ärzten mitgetragen wird. Die Entscheidung wird jedoch nicht nur durch die vom Berater vermittelten Informationen oder auch seinen Rat sowie die Mitentscheidung der beteiligten Ärzte beeinflußt.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1986

Authors and Affiliations

  • Maria Reif
    • 1
  • Helmut Baitsch
    • 1
  1. 1.Abteilung für Anthropologie und Wissenschaftsforschung der Universität UlmUlmGermany

Personalised recommendations