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Schlußwort I

  • H. Scholz
Conference paper

Zusammenfassung

Die Bemerkung von Herrn Professor Jahrmärker einerseits, daß es sich bei den neuen positiv inotropen Pharmaka ja um „wahre Wundermittel“ handelt, und die Aussagen von Herrn Dr. Packer andererseits veranlassen mich doch, noch einen Schlußsatz zu diesen positiv inotropen Substanzen zu sagen. Ich glaube, wir haben zur Kenntnis nehmen müssen, daß alle Substanzen, die cAMP-abhängig positiv inotrop wirksam sind, im Verdacht stehen, dem Patienten unter Umständen nicht nur nicht zu nützen, sondern sogar zu schaden. Es kommt also nicht in erster Linie darauf an, ob der positiv inotrope Effekt einer Substanz über das cAMP-System vermittelt wird, sondern darauf, ob eine Substanz überhaupt den cAMP-Spiegel steigert oder nicht. Diese Bemerkung gilt beispielsweise auch für das an sich vielversprechende Pimobendan, das ja nicht nur die kontraktilen Proteine für Kalzium sensibilisiert, sondern das eben auch ein Phosphodiesterasehemmstoff ist, der zu einer Steigerung des cAMP-Spiegels führt. Man muß also auch bei dieser Substanz abwarten, ob sie sich in der Klinik nicht doch wie andere Phosphodiesterasehemmstoffe auch verhält. Außer für Phosphodiesterasehemmstoffe gilt meine Skepsis natürlich in besonderem Maße auch für histaminartige Substanzen und für β-Adrenozeptor-agonisten. Insgesamt gesehen ist also nach meiner Ansicht die Situation bei den positiv inotropen Substanzen nicht sehr vielversprechend. Ich habe sogar den Eindruck, daß sie eher ungünstiger als bei den Vasodilatatoren ist, bei denen gestern ja einige Lichtblicke zu erkennen waren.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1986

Authors and Affiliations

  • H. Scholz
    • 1
  1. 1.Abteilung Allgemeine PharmakologieUniversitäts-Krankenhaus EppendorfHamburg 20Germany

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