Forschung in der Anästhesiologie — Vergangenheit und Zukunft

  • K. Steinbereithner
Conference paper
Part of the Anaesthesiologie und Intensivmedizin / Anaesthesiology and Intensive Care Medicine book series (A+I, volume 193)

Zusammenfassung

In der 16. Husfeldt-Lecture 1984 hat sich M. Papper [15] vehement gegen die Meinung eines prominenten Fachkollegen gewandt, wonach die wichtigsten Fragen (speziell der Sicherheit) in der Anästhesieologie aus der Sicht des Patienten heute voll gelöst seien, weshalb jeder einigermaßen intelligente Arzt mit entsprechender Ausbildung eine völlig risikolose anästhesiologische Betreuung gewährleisten könne. Papper meint vielmehr, daß unser Fach mehr denn je qualifizierte Führungspersönlichkeiten als Garanten für die Erarbeitung neuer Erkenntnisse und die Gewinnung neuer Fähigkeiten brauche. — Derlei flammende Appelle findet man zwar immer wieder in Festvorträgen, Präsidentenadressen oder als Schlußbericht berufspolitischer Analysen (Burchardi [5], Black & Deming [3], Ahnefeld et al. [1]), wie ist es aber um die Wirklichkeit im Alltag bestellt? Wenn ein so prominenter klinischer Forscher wie Dundee in einem Editorial 1979 [6] zwar die Notwendigkeit anästhesiologischer Forschung bejaht, diese primär aber als Aufgabe der Industrie versteht, so gibt dies nicht gerade Anlaß zu großem Optimismus; obwohl die von Dundee apostrophierten 80er Jahre eine Flut bedeutsamer anästhesiologischer Forschungsergebnisse gebracht haben, wird in (Zentral-) Europa nur sehr vereinzelt der Ruf nach vermehrter Institutionalisierung der experimentellen Anästhesiologie laut. Wir sehen dies nicht ohne gewisse Sorge, ist doch gegenwärtig — speziell im deutschsprachigen Raum — der Wechsel in anästhesiologischen Führungspositionen in vollem Gange! Lassen Sie uns daher versuchen, den Ursachen dieser seltsam ambivalenten Haltung (man möchte fast von „Zwiedenken“ sprechen) ohne Anspruch auf Systematik nachzugehen und augenscheinliche Hemmfaktoren näher zu analysieren.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1986

Authors and Affiliations

  • K. Steinbereithner

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