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Zur Entwicklung der gynäkologischen Morphologie im deutschsprachigen Raum

  • Hans Georg Bender

Zusammenfassung

Eine morphologisch begründete Betrachtungsweise bildet für fast alle klinischmedizinischen Disziplinen ein tragendes Element in praktischer und wissenschaftlicher Tätigkeit. Für die Frauenheilkunde gilt diese Feststellung in ganz besonderem Maße mit einer sehr langen und ereignisreichen Tradition. Diese Besonderheit hat sich in vielen größeren Frauenkliniken im deutschsprachigen Raum bis in die heutige Zeit in der Form klinikseigener morphologischer Laboratorien fortgesetzt. Auch heute besitzt die Morphologie einen zentralen Stellenwert für viele Bereiche unseres Faches, wobei die gynäkologische Onkologie in ganz erheblichem Maße von der Morphologie geprägt wird. Darüber hinaus sind folgende Gesichtspunkte zur Entwicklung und zur Bedeutung der gynäkologischen Morphologie hervorzuheben: Die gynäkologische Morphologie hat zur Einführung der Biopsie als Grundlage für die klinische Entscheidungsfindung die wesentlichen Vorarbeiten geleistet. Die zunächst gering geschätzte und teilweise polemisch bekämpfte „Stückchen-Diagnostik“ wurde später zum unverzichtbaren Bestandteil der Diagnostik in fast allen klinischen Disziplinen. Während diese Entwicklung ihren Ausgang von morphologischen Laboratorien des deutschsprachigen Raumes nahm und konsequent in diesem Bereich weiterentwickelt wurde, wurden die frühzeitig vorhandenen ersten Ansätze zur Nutzung der zytologischen Diagnostik erst sehr viel später im Ausland aufgegriffen. Auf dieser Basis haben allerdings die Repräsentanten der gynäkologischen Zytologie im deutschsprachigen Raum durch grundlegende Untersuchungen und frühzeitige Erkennung der außerordentlich großen Bedeutung der Zytologie einen wichtigen Beitrag für die Onkologie in der Frauenheilkunde geleistet und neue Erkenntnisse in der Tumorbiologie, der Epidemiologie und onkologischen Prävention insgesamt beigetragen.

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Literaturverzeichnis

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1986

Authors and Affiliations

  • Hans Georg Bender

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