Pädagogische Hilfen bei der Behandlung chronisch psychischer Kranker

  • M. Pawils
Conference paper

Zusammenfassung

Pädagogik und Psychiatrie — keine außergewöhnliche oder befremdliche, schon gar keine neue Kombination. Es lassen sich mühelos viele Berührungs- und Ansatzpunkte dieser beiden Fächer und ihrer Disziplinen beschreiben. So sind in der Kinder- und Jugendpsychiatrie pädagogische Inhalte nicht wegzudenken. Auch in der Betreuung der Oligophrenen hat pädagogisches Tun seinen gehörigen Platz. In längst arrivierten und eindeutig zum medizinisch-psychiatrischen Repertoire gehörenden Methoden aus der Verhaltens- oder auch Arbeitstherapie sind pädagogische Komponenten eingebunden. Immer wieder wird z.B. auch über eine sog.„Krankenhausschule“berichtet. Verstanden wird darunter eine Möglichkeit zur Vermittlung und Anreicherung von Bildungsinhalten bei solchen Betroffenen, bei denen dies durch die schicksalsbestimmende Zäsur schwerer psychischer Erkrankungen im jüngeren Lebensalter auf üblichem schulischen Wege nicht möglich war. Die doch genügend bekannte, manchmal schon wieder etwas vergessene Psychiatrie-Enquête hat ein eigenes seitenlanges Kapitel, überschrieben „pädagogischer Bereich“. Schließlich: In einem erst in diesem Jahr erschienenen Übersichtsaufsatz zur Therapie der Schizophrenie (Meyer 1984) heißt es beispielsweise, daß zum Zeitpunkt der Entlassung aus stationärer Behandlung der Einsatz des Sozialarbeiters bzw. Sozialpädagogen „oft wichtiger, als der des Arztes“wird.

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  • M. Pawils

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