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Soziotherapie bei hirnorganisch Kranken

  • M. Rave-Schwank
Conference paper

Zusammenfassung

Die Patienten mit schweren, chronischen hirnorganischen Psychosyndromen, CHOP, (insbesondere ICD-Nummer 294, 290.I, aber auch 310) standen bisher nicht im Mittelpunkt meiner Arbeit und Aufmerksamkeit im Langzeitbereich eines psychiatrischen Krankenhauses. Erst durch unerwartete Veränderungen und Verbesserungen von Zustandsbildern sind mir einige dieser Patienten besonders aufgefallen. Mit solchen unerwarteten Verbesserungen bei CHOP-Patienten teile ich Ihnen nichts Neues mit: Besonders Huber (1972, 1976, 1984) und Dörner u. Plog (1978) haben auf die Veränderungen zum guten bei hirnorganischen Zustandsbildern, auch bei Demenzen verwiesen und manche von Ihnen werden jetzt an eigene Patienten denken, deren hirnorganische Schädigung erkannt und nachgewiesen war und die sich auf ihrem Lebensweg doch unerwartet gut weiterbewegten. Ich gehe trotzdem davon aus, daß meine Fragestellung auch Sie wieder interessieren kann, nämlich: Was war therapeutisch wirksam bei dieser Veränderung und wie können wir über die kasuistischen Erfahrungen hinaus solche Veränderungen verstehen, Modellvorstellungen davon ableiten und sie weiter überprüfen. Ich habe also heute keineswegs den Anspruch, Ihnen Neues vorzutragen, sondern ich möchte nach dieser Einleitung Ihre Aufmerksamkeit auf drei hirnorganisch schwer kranke Patienten in unseren geschlossenen Langzeitstationen lenken und Ihnen dabei eine Patientin mit einer Chorea Huntington, einen Patienten mit einer progressiven Paralyse und einen Patienten mit einem postkontusionellen hirnorganischen Psychosyndrom mit Alkoholismus vorstellen samt der soziotherapeutischen Behandlung.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1986

Authors and Affiliations

  • M. Rave-Schwank

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