Advertisement

Lebensläufe chronisch psychisch Kranker — Anwendungsmöglichkeiten der biographischen Methode der Soziologie in der psychiatrischen Forschung

  • A. Finzen
Conference paper

Zusammenfassung

Der chronisch psychisch Kranke ist keine Entdeckung der 80er Jahre. Es scheint jedoch, als befänden wir uns in einer Renaissance der Auseinandersetzung mit ihm und seinen Problemen; dafür gibt es gute Gründe. Anders als andere medizinische Disziplinen mußte sich die Psychiatrie von ihrem Beginn an mit der Existenz chronischer Krankheit konfrontieren. Die Entstehungsgeschichte der Anstalten war zugleich auch die Geschichte der Entwicklung von Orten zum Leben für chronisch psychisch Kranke. Die Anstalt galt bis ins vergangene Jahrzehnt als Behandlungsstätte für chronisch Kranke schlechthin. Ganz falsch war das ja auch nicht. Achtzig Prozent der Patienten der psychiatrischen Anstalten lebten dort auf die Dauer. Die chronisch Kranken, die in ihren Familien oder allein ein reduziertes Dasein führten, hatten — wiewohl von der Anzahl her mehr — für die psychiatrischen Dienste, die Nervenärzte und die Außenfürsorge, kein besonderes Gewicht.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Bachrach LL (1984) Asylum and Chronically Ill Psychiatric Patients. Amer J Psychiat 141: 975–978PubMedGoogle Scholar
  2. Bleuler M (1972) Die schizophrenen Geistesstörungen im Lichte langjähriger Kranken- und. Familiengeschichten. Thieme, StuttgartGoogle Scholar
  3. Brock D, Vetter H-R (1979) Die Arbeiterexistenz als biographischer Lernprozeß: Vorschläge zur Neuorientierung des industriesoziologischen Lernbegriffs. Z Soziologie 8: 209–219Google Scholar
  4. Denzin NK (1970) The research act. A theoretical introduction to sociological methods. Aldine Publ., ChicagoGoogle Scholar
  5. Ernst K (1978) Die Belastung der Kinder hospitalisierungsbedürftiger Psychischkranker. Eine vorwissenschaftliche Schätzung. Nervenarzt 49: 427–431PubMedGoogle Scholar
  6. Ferguson RS (1961) Side-effects of community care. Lancet 1: 931PubMedCrossRefGoogle Scholar
  7. Hoerning EM (1980) Biografische Methode in der Sozialforschung. Das Argument 123, 22. Jg., 677–687Google Scholar
  8. Huber G, Gross G, Schüttler R (1979) Schizophrenie. Eine Verlaufs- und sozialpsychiatrische Langzeitstudie. Springer, Berlin Heidelberg New YorkGoogle Scholar
  9. Jahoda M, Lazarsfeld PF, Zeisel H (1975) Die Arbeitslosen von Marienthal. Ein soziographischer Versuch. Suhrkamp 769. Frankfurt a.M. Erstveröffentlichung: Verlag S. Hirzel Leipzig 1933Google Scholar
  10. Katschnig H (1977) Die vielen Seiten der Schizophrenie. In: Katschnig H (Hrsg) Die andere Seite der Schizophrenie. Patienten zu Hause, 1–18. (Fortschritte der Sozialpsychiatrie 2) Urban & Schwarzenberg, München Wien BaltimoreGoogle Scholar
  11. Kitzig P (1984) Chronisch psychisch krank sein: was das wohl ist — und wie wir es jetzt mit ihnen — den chronisch Kranken — halten. Spektrum 1: 4–12Google Scholar
  12. Müller C (1981) Psychische Erkrankungen und ihr Verlauf sowie ihre Beeinflussung durch das Alter. Huber, Bern Stuttgart WienGoogle Scholar
  13. Osterland M (1973) Lebensgeschichtliche Erfahrung und gesellschaftliches Bewußtsein. Soziale Welt 24: 409–417Google Scholar
  14. Sainsbury P (1972) Die Belastung der Angehörigen durch psychisch kranke Familienmitglieder. In: Cranach M v, Finzen A (Hrsg) Sozialpsychiatrische Texte, pp 110–117. Springer, Berlin Heidelberg New YorkCrossRefGoogle Scholar
  15. Schelsky H (1960) Wandlungen der deutschen Familie in der Gegenwart, 4. Aufl. Enke, StuttgartGoogle Scholar
  16. Sim M (1971) Hilfe für den psychisch Kranken. Ein Grundriß der Sozialpsychiatrie. Evang. Verlagswerk, StuttgartGoogle Scholar
  17. Wing JK (1977) Schizophrenie in Selbstzeugnissen. In: Katschnig H (Hrsg) Die andere Seite der Schizophrenie. Patienten zu Hause, pp 21–95. (Fortschritte der Sozialpsychiatrie 2) Urban & Schwarzenberg, München Wien BaltimoreGoogle Scholar
  18. Wurzbacher G (1969) Leitbilder gegenwärtigen deutschen Familienlebens, 4. Aufl. Enke, StuttgartGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1986

Authors and Affiliations

  • A. Finzen

There are no affiliations available

Personalised recommendations