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Die transkutane pO2- und pCO2-Messung — eine Möglichkeit zur Narkoseüberwachung bei Kleinkindern?

  • P. Dangel
Conference paper
Part of the Anaesthesiologie und Intensivmedizin / Anaesthesiology and Intensive Care Medicine book series (A+I, volume 174)

Zusammenfassung

Die Überwachung von Beatmung und Sauerstoffzufuhr während der Narkose ist beim Neugeborenen besonders schwierig, weil sowohl die alveoläre Ventilation wie auch die Oxygenierung des arteriellen Blutes häufig und rasch auftretenden, manchmal großen Schwankungen unterliegen. Schon die Manipulationen des Chirurgen, nur manchmal das Gewicht seiner Hände, können gefährliche Änderungen des arteriellen pO2 und pCO2 hervorrufen. Selbst größere Entgleisungen können durch beste klinische Beobachtungen des Patienten nicht so leicht wie bei älteren Patienten erkannt werden. Die Hyperventilation ist mit keiner konstanten klinischen Symptomatik verbunden. Die Hypoventilation,welche sich bei großen Patienten durch Schwitzen, Tachykardie und Blutdruckanstieg bemerkbar machen kann, verläuft beim Neugeborenen ebenfalls weitgehend asymptomatisch. Wegen der nach links verschobenen Sauerstoffdissoziationskurve des Neugeborenen [6] lassen sich zudem auch Störungen der Oxygenation nicht ohne weiteres mit dem Auge erkennen. Man nimmt an, daß beim Neugeborenen arterielle pO2-Werte von 6,0 kPa bzw. 45 mmHg wegen der Gefahr des Auftretens von hypoxischen Schädigungen nicht unterschritten werden sollten. Da sich das fetale Hämoglobin in diesem kritischen Bereich der Sauerstoffspannung aber noch zuüber 80% mit Sauerstoff sättigt, ist die Gefahr durch bloße Beobachtung des Kindes, welches evtl. noch ganz rosig aussieht, nicht zu erkennen. Aber auch Hyperoxie ist gefährlich. Sie entsteht nicht selten infolge zu reichlichen Sauerstoffangebots aus Angst vor Hypoxie und gefährdet die Augen des Neugeborenen. Klinische Beobachtung allein genügt auch zum Ausschluß dieser Gefahr nicht, nur die Messung der arteriellen Sauerstoffspannung kann die gefährdeten Patienten vor hypoxischen Schäden und vor Erblindung durch retrolentale Fibroplasie schützen.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1986

Authors and Affiliations

  • P. Dangel

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