Pathogenese pp 118-125 | Cite as

Die Theorie der Risikofaktoren als pathogenetisches Prinzip

  • H. Schaefer
Conference paper
Part of the Veröffentlichungen aus der Forschungsstelle für Theoretische Pathologie der Heidelberger Akademie der Wissenschaften book series (VERÖFF PATHOL)

Zusammenfassung

Krankheiten entstehen nicht oder nur scheinbar spontan. Dieser Satz besagt, daß die Krankheit, die den Menschen in seiner natürlichen Lebensspanne betrifft, nicht in seiner Natur begründet sein kann: Der Mensch ist aus der Hand seines Schöpfers so hervorgegangen, daß er eine leidensfreie Zeit der Entwicklung und Tätigkeit erwarten dürfte. Der Tod gehört freilich zu seiner Natur und es bleibt die hier nicht zu erörternde Frage, ob die Veränderung des Alters, die den Tod letztlich bedingt, Krankheit genannt werden soll1. Wo aber Krankheit den Menschen in seiner Blütezeit betrifft, müssen wir nach besonderen Ursachen für sie suchen. Wir stellen also das Prinzip der Pathogenese auf. Die pathogenetischen Ursachen können, das ist eine Forderung der Logik, einerseits nur in abartigen Bedingungen bestehen, welche sich durch Veränderungen des menschlichen Erbgutes individuell gebildet haben. Sie können andererseits in Einwirkungen aus der Umwelt bestehen, wobei der Begriff der „Einwirkung“ der Unfalltheorie entnommen ist2. In der Regel handelt es sich um eine Wechselwirkung beider.

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Anmerkungen

  1. (1).
    Zur Theorie des Problems vgl. W. Doerr: Altern — Schicksal oder Krankheit? Sitzungsberichte Heidelberger Akad. Wiss., Math.-naturw. Kl. 1983 (4)Google Scholar
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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1985

Authors and Affiliations

  • H. Schaefer

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