Pathogenese pp 159-159 | Cite as

Eine Bemerkung zur Entropie in deren Beziehung zur Morphologie

  • B. Chuaqui
Conference paper
Part of the Veröffentlichungen aus der Forschungsstelle für Theoretische Pathologie der Heidelberger Akademie der Wissenschaften book series (VERÖFF PATHOL)

Zusammenfassung

Schrödinger befaßte sich in seinem Buch „Was ist das Leben“, und zwar, wie er sagte, als ein unvoreingenommener Physiker, mit der Charakterisierung des Lebendigen. Dabei kam er zu dem Schluß, daß sich das Leben durch ein offenes System hohen Ordnungsgrades kennzeichnen lasse, in dem dennoch die Entropie nicht zunimmt. In dieser Auffassung sehe ich eine Beziehung zur Formbildung, also zur Morphologie, denn Entropieerhaltung heißt, wie die Physiker sagen, Ordnungserhaltung, und Ordnung drückt sich spontan als Form aus. Erst nach dem Tode ist das bis dahin lebende, an eine Form gebundene System dem Entropiewachstum unterworfen und wird dabei in formlose Materie umgewandelt, die sich nun von der der chemischen Welt nicht mehr unterscheiden läßt. Ordnung darf also als eine Relation betrachtet werden, wodurch aus bestimmten Elementen eine neue Einheit entsteht, die mit neuen Eigenschaften, darunter mit einer Form versehen ist. In den Begriffen Entropieerhaltung, Ordnungserhaltung, Ordnung und Form sehe ich daher zwei verschiedene Aspekte jedoch eines gleichen Phänomens, von denen die zwei ersteren Forschungsgegenstände der Physik gewesen sind, die zwei letzteren gehören eigentlich zur Morphologie. Von diesem Standpunkt aus gesehen darf man sagen, daß die Morphologie sich mit einer wesentlichen, meines Erachtens notwendigen Äußerung des Lebens beschäftigt.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1985

Authors and Affiliations

  • B. Chuaqui

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