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Zusammenfassung

Die Revolution am Ende des Ersten Weltkriegs hat die deutschen Universitäten weder institutionell noch geistig neu geprägt. Bemühungen einzelner Kultusverwaltungen, vor allem der preußischen unter Carl Heinrich Becker, um äußere und innere Reformen blieben im wesentlichen erfolglos. Die während des Krieges vollzogene politische Spaltung der Professorenschaft in Annexionisten und Gemäßigte setzte sich in die Republik hinein fort, wobei auch das numerische Ungleichgewicht zwischen beiden Gruppen erhalten blieb. Die durch den Sturz der Monarchie und den Zusammenbruch des Reiches tief getroffenen Hochschullehrer suchten zum größeren Teil ihre Zukunftsorientierung in der Vergangenheit, ohne bereit zu sein, die eingetretenen Veränderungen zu bejahen und sich am Aufbau der Republik zu beteiligen. Die häufig betont hervorgekehrte überparteilich-unpolitische Haltung bedeutete vor allem eine Distanzierung vom bestehenden Staat, das Selbstverständnis als unparteiisch-objektive Hüter der überlieferten nationalen Werte verband sich zwanglos mit der Hinneigung zu konservativen Parteien, die — jedenfalls ihrer Propaganda nach — eben diese Werte wieder zur Geltung bringen wollten. Da den Universitäten das traditionelle Selbstergänzungsrecht erhalten blieb, konnte auch über den wissenschaftlichen Nachwuchs kaum eine geistige Neuorientierung der Korporation in Gang kommen; von Regierungsseite oktroyierte Professoren blieben zumeist isoliert.

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Quellen- und Literaturverzeichnis (Auswahlbibliographie)

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1985

Authors and Affiliations

  • Eike Wolgast

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