Elektrophysiologische Untersuchungen im Rahmen der lumbalen Bandscheibenerkrankungen: Indikation, Aufwand, Aussagefähigkeit

  • J. Jörg
  • H.-W. Scharafinski
Conference paper
Part of the Kliniktaschenbücher book series (KTB)

Zusammenfassung

Erlitt vor 20 oder 30 Jahren ein Patient eine akute L5-Wurzelausfallsymptomatik auf dem Boden einer Bandscheibenprotrusion und ging diese mit einer Fußheberparese einher, so erfolgte nur ausnahmsweise eine Operation in Höhe der nachgewiesenen isolierten Osteochondrose und statt dessen in der Mehrzahl der Fälle eine konservative Therapie. Verbliebene Restschädigungszeichen, z. B. eine Fußheberlähmung, waren mit diesen Therapiemaßnahmen nur selten zu beobachten. Der gleiche Krankheitsverlauf in der heutigen Zeit würde sich in zweierlei Weise wesentlich unterscheiden:
  1. 1.

    Die Notwendigkeit zu einer Operation wird heute viel schneller gestellt, obwohl die Krankengeschichte der Patienten früherer Jahre weder beweist, daß Wurzelparesen ohne Operation meist irreversibel sind, noch daß die Operation den Reinnervationsgrad beschleunigt.

     
  2. 2.

    Der Patient würde in der heutigen Zeit alien möglichen bildgebenden Verfahren unterzogen werden, insbesondere der Röntgentomographie und Myelographie, nicht selten zunehmend auch der Diskographie oder gar Kernspintomographie und dies obgleich bekannt ist, daß aus der Veränderung der bildgebenden Verfahren nicht auf den Grad der Wurzelschädigung geschlossen werden kann, da diese Methoden alle nur ein indirektes Läsionszeichen liefern.

     

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1985

Authors and Affiliations

  • J. Jörg
  • H.-W. Scharafinski

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