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Das EEG bei visuomotorischer Tätigkeit. Beziehungen zwischen Vigilanzdynamik, Beanspruchung und Leistung

  • R. Kriebitzsch

Zusammenfassung

Der folgende Beitrag zur Hirnfunktionsanalyse kommt aus einem interdisziplinären Bereich, der sich mit dem System Mensch-Maschine befaßt. Dabei soll das Teilsystem Mensch, das sich nicht wie das Teilsystem Maschine mit rein technisch-mathematischen Größen charakterisieren läßt, hinsichtlich nachweisbarer Beziehungen zwischen Umwelt, visuomotorischem Verhalten und hirnphysiologischen Prozessen beschrieben werden. Das hier zur Untersuchung der menschlichen Leistung bei visuomotorischer Beanspruchung benutzte Labormodell deckt eine wesentliche Komponente eines realen Mensch-Maschine-Systems unter Einschluß der nur im Labor gegebenen zusätzlichen Bedingung der Reproduzierbarkeit ab. Es handelt sich dabei um das kontinuierliche Halten eines Straßenfahrzeugs in einer vorgegebenen Fahrspur bei Einfall von böigem Seitenwind. Diese Tätigkeit entspricht einer visuomotorischen Trackingaufgabe, deren fahrzeugtechnische Aspekte von Hayashi u. Furusho (1966) und Walz (1976) eingehend dargestellt wurden. Die Fahrsituation bzw. die Abweichung von einem Idealkurs liefert die Eingangsgröße für das System Mensch, und die kompensierende Lenkbewegung ist dessen Ausgangssignal. Der dazwischenliegende Entscheidungsprozeß läßt zentralnervöse Vorgänge ablaufen, für die das auf der neuralen Massenaktivität beruhende EEG einen Indikator darstellt, aus dessen Verhalten sich Zustandsparameter des Zentralnervensystems ableiten lassen. Gelingt es, quantitative Beziehungen zwischen den zeitlich variablen Situationsparametern des Straßenverkehrs bzw. der Trackingaufgabe und der zentralnervösen Reaktivität (Vigilanzdynamik) herzustellen, dann müßten Faktoren, die die Funktion des Zentralnervensystems beeinflussen, ebenfalls quantitativ faßbar sein.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1985

Authors and Affiliations

  • R. Kriebitzsch

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