Erich Stern und die pädagogische Psychologie im Nationalsozialismus

  • O. Ewert

Zusammenfassung

Die älteste Form einer organisatorisch und institutionell geregelten Anwendung von Psychologie ist ihr Beitrag zur Lehrerbildung; und zwar insbesondere im Rahmen der Ausbildung des Volksschullehrers. Dabei ist freilich schon die Bezeichnung Volksschullehrer historisch ungenau, denn der „Volksschule“gehen „Armenschulen“, „Industrieschulen“, „Gemeine Schulen“ u.a. voraus. „Erst das Erwachen der Nation zu politischer Selbständigkeit und darauf beruhendem Einheitsbewußtsein hat die „Volksschule“, der Sache und dem Namen nach, hervorgebracht.“(Spranger, 1949, S.33); und zwar im 19. Jahrhundert. Die Diskussionen um die Trägerschaft (Ablösung der Kirche durch den Staat), um die Inhalte (berufsvorbereitende vs. grundlegende Bildung), schließlich die Diskussionen um die Schülerschaft (Schule der Unterschicht vs. Pflichtschule für alle) lassen sich nicht immanent aus der Ideengeschichte der Pädagogik selbst verstehen, sondern verweisen auf politische Machtverhältnisse und soziale Strömungen, denen die Pädagogik bisweilen folgt, die sie aber bisweilen auch radikal in Frage stellt.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1985

Authors and Affiliations

  • O. Ewert

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