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Ganzheits- und Gestaltpsychologie und Nationalsozialismus

  • W. Prinz
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Zusammenfassung

Wenn man die Lage der deutschen Psychologie vor Beginn und nach Ende des Dritten Reiches betrachtet, kann man sich dem Eindruck nicht entziehen, daß ein Niedergang ohnegleichen zu verzeichnen ist. Vor 1933, so scheint es, haben wir es mit einer blühenden wissenschaftlichen Landschaft zu tun — mit einem Zentrum vor allem in Berlin, das in die internationale Fachöffentlichkeit ausstrahlt, und einem Nebenzentrum in Leipzig, das eher für das nationale Fachpublikum von Bedeutung ist. Nach 1945 finden wir demgegenüber eine recht verödete Landschaft, in der über viele Jahre hinweg nichts Interessantes, nichts Neues mehr produziert wird. Bis weit in die 50er, ja 60er Jahre hinein beschränkt sich die deutsche Psychologie darauf, die Ideen und Methoden von gestern und vorgestern zu reproduzieren, und sie hält sich weitgehend abseits von der internationalen Fachdiskussion.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1985

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  • W. Prinz

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