Bemerkungen zur Pathophysiologie der Problemfrakturen

  • Günther Hierholzer
  • Martin Allgöwer
  • Thomas Rüedi

Zusammenfassung

Zur experimentellen Abszeßbildung benötigt man im Tierversuch ein Inokulum in der Größenordnung von 6–8 x 106 pathogenen Erregern. Bei Frakturen mit ausgedehnter Weichteil- und Knochenschädigung kann dagegen bereits eine geringe Keimbesiedelung zur Manifestation einer Infektion führen. Die Erklärung liegt darin, daß in Weichteil- und Knochennekrosen die zellulären und humoralen Abwehrvorgänge ausfallen und damit das Wachstum der pathogenen Erreger begünstigt wird. Weiterhin ist für die einzuschlagende Therapie zu berücksichtigen, daß an der unbelebten Oberfläche von Fremdmaterial die Abwehrreaktionen des Organismus nur abgeschwächt stattfinden können. Bei der Stabilisierung einer Fraktur ist deshalb die Einbringung eines Implantats in einen stark gefährdeten oder bereits infizierten Bereich nicht ohne Risiko.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1985

Authors and Affiliations

  • Günther Hierholzer
    • 1
  • Martin Allgöwer
    • 2
  • Thomas Rüedi
    • 3
  1. 1.Ärztlicher Direktor der BerufsgenossenschaftlichenUnfallklinik Duisburg-BuchholzDuisburg 28Germany
  2. 2.Präsident der AO InternationalBernSwitzerland
  3. 3.Rätisches Kantons- und RegionalspitalChurSwitzerland

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