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Organwahl, Körperbesetzung und reaktives Geschehen auf körperliche Versehrtheit

  • Hans Becker
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Zusammenfassung

Das Gefühl existentieller Gefährdung durch die Diagnose „Krebs“als Systemerkrankung verdeckt zunächst nicht selten bei Arzt und Patient die Differenzierung unterschiedlicher betroffener Organe in ihrer psychophysischen Wertigkeit. Benennt man oder stellt man sich ganz konkret an seinem eigenen Körper die verschiedenen Körperorgane in ihrer potentiellen Betroffenheit vor, in denen der Primärtumor lokalisiert sein kann, wird sehr schnell deutlich, daß es einen erheblichen Unterschied macht, ob die Lunge, der Darm, die Brust, die Gebärmutter oder der Hoden betroffen ist. Auch der behandelnde Arzt, auch wenn er sich von überindividuellen Gesetzen der Schulmedizin leiten läßt, ist in seinem ärztlichen Urteil und Rat nicht unabhängig von seiner individuellen Beziehung zu bestimmten Körperregionen. Dies zeigt sich gerade in Grenzbereichen, wo es beispielsweise eine Ermessensfrage sein kann, ob aus Gründen der Prophylaxe eine Uterusextirpation anzuraten ist, ob bei einem frühen Stadium des Mammakarzinoms eine brusterhaltende Primärtherapie einer Amputation der Brust vorzuziehen ist oder nicht etc. Hier wird auch der geschlechtsspezifische Charakter der Beziehung zu Körperlichkeit eine nicht unwesentliche Rolle spielen, d.h. die Beratung eines männlichen bzw. weiblichen Patienten durch einen Arzt bzw. eine Ärztin wird sich dementsprechend unterschiedlich gestalten.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1986

Authors and Affiliations

  • Hans Becker
    • 1
  1. 1.Psychosomatische KlinikKlinikum der Universität HeidelbergHeidelberg 1Deutschland

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