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Der Lahme im Wandel der Zeit

  • H. Schadewaldt
Conference paper

Zusammenfassung

Ein Medizinhistoriker kann zum eigentlichen Thema: „Korrekturosteotomien nach Traumen an der unteren Extremität“, zudem wenn er der Chirurgie und Orthopädie nicht so nahe steht, kaum etwas Ausführliches sagen. So wurde in diesem Fall die Thematik auf den Lahmen im Wandel der Zeit erweitert, was mich enthebt, schwierige differentialdiagnostische Erwägungen im Einzelfall anstellen zu müssen. Man verzeiht ihm außerdem sicherlich, wenn er bei diesem Thema versucht, auch die Kunst in das Blickfeld zu rücken, hat er sich doch sein Leben lang mit dieser Thematik beschäftigt, aus der ein größeres Werk hervorgegangen ist, welches auf der 100. Tagung der „Deutschen Gesellschaft für Chirurgie“in Berlin 1983 als Buch über die Chirurgie in der Kunst erschienen ist. In meiner Einführung zu dem schon erwähnten Werk hatte ich ausgeführt, daß Kunst und Medizin auf den ersten Blick zwei verschiedenen Daseinsformen anzugehören scheinen. Das Kunstwerk sei einmalig, unwiederhol- bar, individuell und subjektiv par excellence. Ästhetische Vergleiche, psychoanalytische Deutungen oder kunsthistorische Feststellungen könnten nie bis zum tiefsten Kern der künstlerischen Gestaltung eines seelischgeistigen Vorganges mittels durchaus eigenwilliger Form vordringen. Immer noch entscheide über den Wert eines Kunstwerkes die „Percussio“, die Erschütterung, die der Beschauer erlebe. Ganz anders die Medizin. Ihre Maßstäbe scheinen gerade die Objektivierbarkeit ihrer Forschungsergebnisse zu sein, die wägbar, meßbar, vergleichbar und reproduzierbar sein müssen, sollen sie als wissenschaftlich anerkannt werden.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1984

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  • H. Schadewaldt

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