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Bewußtsein pp 190-192 | Cite as

Eine unphilosophische Schlußbemerkung

  • Reinhard Werth
Part of the Heidelberger Taschenbücher book series (HTB, volume 229)

Zusammenfassung

Philosophen haben zahlreiche Thesen über das Verhältnis von Leib und Seele aufgestellt, wie z.B. die Identitätsthese, parallelistische, epiphänomenalistische oder materialistische Thesen (s. z. B. Dennet 1978). Doch in keinem dieser Ansätze wurde ein adäquater Begriffsrahmen rekonstruiert, von dem in experimentellen Anwendungen gezeigt wurde, daß er eine wissenschaftstheoretisch adäquate, naturwissenschaftliche Beschreibung, Vorhersage und Erklärung dessen erlaubt, was vorwissenschaftlich als bewußt, unbewußt, Bewußtsein, das Unbewußte bezeichnet wird. Unabhängig davon, ob man den hier vorgenommenen Begriffsrekonstruktionen vorbehaltlos zustimmt, läßt sich sagen, daß eine rein philosophische, wissenschaftstheoretische, psychologische oder neu-robiologische Behandlung der Frage nach dem Bewußtsein verfehlt sein muß. Was nützen wissenschaftstheoretisch adäquate Begriffsrekonstruktionen, wenn die mit diesen Begriffen formulierten Aussagen experimentalpsychologisch trivial sind oder wenn sie experimentalpsychologisch nicht testbar sind. Was nützen wissenschaftstheoretisch und experimentalpsychologisch adäquate Begriffsrekonstruktionen, wenn sie an der neurobiologischen Realität vorbeigehen und wenn die neurobiologischen Grundlagen dessen, was man aufgrund seiner Begriffsrekonstruktion als bewußt, unbewußt, Bewußtsein, das Unbewußte ansieht, nicht zu untersuchen sind, obwohl der Mensch als biologisches System Gegenstand dieser Forschung ist?

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1983

Authors and Affiliations

  • Reinhard Werth
    • 1
  1. 1.Institut für Statistik und WissenschaftstheorieMünchen 22Germany

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