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Wehenhemmung pp 98-106 | Cite as

Uterine Kontraktilität, Uterinaflow und fetales Kreislaufverhalten unter Tokolyse und additiver Gabe des β-Blockes Metoprolol: Tierexperimentelle Untersuchungen

  • A. Wischnik
  • N. Mendler
  • W. Heimisch
  • A. Schroll
  • A. Weidenbach
Conference paper

Zusammenfassung

Die Anwendung von semiselektiven β 2-Mimetika zur Hemmung einer unerwünschten uterinen Aktivität führt zu einer alterierten hämodynamischen Situation der tokoly-sierten Patientin, die gekennzeichnet ist durch eine mit einer Herzfrequenzerhöhung einhergehenden Vermehrung der Herzleistung mit konsekutivem Anstieg des myokar-dialen Sauerstoffverbrauchs. Des weiteren konnte ein a priori erhöhter Kontraktionszustand des Myokards unter Tokolytikagabe nachgewiesen werden, wodurch die Ausgangssituation des Myokards eine zusätzliche Verschlechterung erfährt (Wischnik et al. 1982a). Von dieser Dysökonomisierung des myokardialen Sauerstoffverbrauchs sind schließlich auch morphologische Alterationen zu befürchten, die im Gefolge einer hypoxischen Metabolitsituation auftreten (Wischnik et al. 1982a; Meinen et al. 1981). Die zur Antagonisierung dieser Situation bisher eingesetzten Kalziumantagonisten, z.B. Verapamil (Isoptin), haben sich nach Untersuchungen u.a. von Strigl et al. (1980) als unzulänglich erwiesen bzw. — im Hinblick auf die Situation im Lungenkreislauf -als nicht ungefährlich (Grospietsch et al.). Demgegenüber konnte eine Normalisierung der hämodynamischen Situation sowie des myokardialen Metabobolitstatus durch den Einsatz des kardioselektiven β-Blockers Metoprolol (Beloc) erzielt werden (Wischnik 1982c; Irmer et al. 1981), wobei Dosen von 0,2 mg/kg i.v. ausreichend waren.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1982

Authors and Affiliations

  • A. Wischnik
  • N. Mendler
  • W. Heimisch
  • A. Schroll
  • A. Weidenbach

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