Resümee der allgemeinen Gesichtspunkte

  • H. Hamelmann
Conference paper

Zusammenfassung

Die Wundheilung ist Teil der Entzündung. Sie weist eine exsudative und eine proliferative Phase auf und geht in eine narbige Endphase über. Die Wundheilung läuft qualitativ gleich ab, führt nie zur Restitutio ad integrum, sondern zur Defektheilung, die jedoch in Abhängigkeit vom Ausmaß der Gewebedurchtrennung, der zeitlichen Dauer und der Lokalisation zu quantitativ ganz unterschiedlichen Narben führen kann. Bei der Fremdkörperreaktion handelt es sich um eine spezielle Antwort der Monozyten auf Fremdmaterial, wie z. B. Fäden. Die Herkunft der Fremdkörperriesenzellen aus Monozyten ist heute gesichert, die formale Genese aber offen. Weiße Blutzellen, Lymphozyten, Granulozyten und Monozyten sowie deren Derivate prägen das morphologische Erscheinungsbild bei Nahtreaktionen, das qualitativ gleich ist. Quantitativ beeinflußt wird die Gewebereaktion aber neben der Lokalisation auch durch Nahtfaktoren wie Fadenaufbau und Grundsubstanz. Sehr große Bedeutung für die quantitative Gewebereaktion hat auch das Nahtverbleiben. Vollsynthetische absorbierbare Fäden bedingen mit abnehmendem Fremdkörperreiz eine rückläufige Gewebereaktion mit minimaler Narbe, während nichtabsorbierbare vollsynthetische Fäden einen ständigen Fremdkörperreiz darstellen und damit eine ständige Fremdkörperreaktion unterhalten. Aus dem Zusammenspiel von Gewebe- und Nahtfaktoren ergibt sich die biologische Wertigkeit der Nahtmaterialien, worunter das in vivo nachweisbare Resultat aus der Nahtmittelanwendung verstanden wird. Die richtige praktische Anwendung der Nahtmaterialien ergibt sich heute aus der Summe von theoretischen Erkenntnissen und Erfahrungen in der Praxis.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1982

Authors and Affiliations

  • H. Hamelmann
    • 1
  1. 1.Abteilung Allgemeine Chirurgie der Universität KielKiel 1Deutschland

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