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Zell-Interaktionen bei der Antikörperbildung

  • Edward S. Golub
Part of the Heidelberger Taschenbücher book series (HTB, volume 220)

Zusammenfassung

Entfernt man einem Tier die primären lymphatischen Organe (Thymus und Bursa), so kommt es zu Störungen der Immunantwort: ein Tier ist nicht mehr fähig, Antikörper- und zellvermittelte Immunreaktionen hervorzubringen, wenn ihm unmittelbar nach der Geburt der Thymus entfernt wurde (neonatale Thymektomie). Nach neonataler Bursektomie kommt es bei Vögeln nur zu einem Verlust der Antikörperbildung. Letal bestrahlte Mäuse können nur dann wieder Antikörper bilden, wenn ihnen gleichzeitig Knochenmark- und Thymuszellen injiziert werden, nicht jedoch wenn sie nur Thymuszellen oder Knochenmarkzellen erhalten. Daraus folgt, daß eine „Arbeitsteilung“ unter den Lymphozyten vorliegt, daß jedoch eine Kooperation zwischen ihnen notwendig ist, damit es zur Immunreaktion kommt. Thymuszellen, die in neonatal thymektomierte Mäuse injiziert werden, produzieren keine Antikörper, sie befähigen jedoch in der Empfängermaus bereits vorhandene Zellen zur Antikörperbildung. Durch Rekonstitutionsexperimente mit Knochenmark- und Thymuszellen wurde nachgewiesen, daß die Lymphozyten aus dem Knochenmark zu Antikörper-produzierenden Zellen werden, während die Zellen aus dem Thymus als „Helfer“-Zellen wirken.

Eine dritte, nicht-lymphatische Zelle, der Makrophage, spielt hierbei ebenfalls eine Rolle. Zur Antikörperbildung sind also drei Zellsysteme erforderlich, T-Zellen aus dem Thymus, B-Zellen aus dem Knochenmark und Makrophagen.

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1982

Authors and Affiliations

  • Edward S. Golub
    • 1
  1. 1.LafayetteUSA

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